Leverkusen peilt jahrhundert-quartale: london, wir kommen!

24 Jahre hat es gedauert. Morgen Nacht könnte Bayer Leverkusen wieder unter den besten Acht Europas stehen – und die Mannschaft von Xabi Alonso reist dabei als befreiter Außenseiter nach London. „Ganz klar: Arsenal muss gewinnen, nicht wir“, sagt Sportchef Simon Rolfes und lächelt. Das 1:1 im Hinspiel war ein Schlag ins Gesicht der Gunners, jetzt droht dem FC Arsenal das Aus im eigenen Stadion.

Rolfes erklärt das rückspiel zum finale

Die Worte des Managers klingen wie ein Kampfansage. „Finalspiel“ nannte Rolfes das Duell im Emirates Stadium, und er meinte es wörtlich: Seit 2002 warten die Rheinländer auf ein Viertelfinale in der Königsklasse. Die Generation um Florian Wirtz und Granit Xhaka soll Geschichte schreiben – mit dem Selbstbewusstsein des Unbesiegbaren. Seit 34 Pflichtspielen ist Leverkusen ohne Niederlage.

Der 1:1-Coup gegen den FC Bayern am Samstag war mehr als ein Remis. Es war eine Demonstration von Mentalität. „Die Art und Weise, wie wir zurückkamen, gibt uns Auftrieb“, sagt Rolfes. Die Mannschaft spürt: Selbst der Rekordmeister kann sie nicht schlagen. Warum also sollte es Mikel Arteta gelingen?

Havertz wartet auf seine ehemaligen kumpel

Havertz wartet auf seine ehemaligen kumpel

Ein Gesicht wird besonders fies grinsen: Kai Havertz. Der 100-Millionen-Euro-Junge von Chelsea traf in der 87. Minute per Elfmeter zum 1:1 im BayArena. Nun will er den Klub, bei dem er 2016 debütierte, mit eigenen Händen eliminieren. „Dass wir ihn rauswerfen wollen, weiß er“, sagt Rolfes. Es klingt wie ein Abschiedsbrief an den Freund.

Die Statistik? Sie spricht für Arsenal – bis auf eine Zahl: Leverkusen kassierte in den letzten fünf Europapokal-Auswärtsspielen nur ein Gegentor. Torhüter Matej Kovar und die Viererkette um Jonathan Tah haben sich in eine Schicksalsgemeinschaft verwandelt. Wer tritt da noch als Underdog an?

Morgen um 21.00 Uhr schlägt es 24 Mal in London. Dann entscheidet sich, ob Bayer endgültig zurück ist im Kreis der Großen – oder ob Arsenal doch noch die Krise abwenden kann. Für Leverkusen winkt das Jahrhundert-Quartale. Für Rolfes ist klar: „Wir haben nichts zu verlieren, nur Geschichte zu schreiben.“