Hjulmand setzt auf flekken: blaswichs chance verpasst?

Ein überraschender Schritt in Leverkusen: Nach zwei Monaten großartiger Leistungen, in denen Janis Blaswich die Abwehrreihe der Werkself mehr als solide hielt, entschied sich Trainer Kasper Hjulmand, Mark Flekken zurück ins Tor zu stellen. Die Entscheidung sorgte für Diskussionen – sowohl auf dem Platz als auch in der Fankurve. Doch Hjulmand hat seine Wahl nun nachträglich erläutert, und die Gründe sind komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.

Die zahlen lügen nicht, aber…

Die zahlen lügen nicht, aber…

Janis Blaswich präsentierte sich während seiner Vertretung von seiner besten Seite. Zehn teils herausragende Paraden beim Auswärtsspiel gegen Arsenal (0:2) und eine kicker-Note von 1,5 – eine eindrucksvolle Bewerbung für die Position des Ersatztorwarts. Sein Notendurchschnitt von 3,12 in 17 Einsätzen übertrifft sogar Flekkens Wert von 3,23 in 26 Spielen. Die Paradenquote von 79 Prozent (in der Bundesliga sogar 80,5 Prozent) unterstreicht seine Stabilität. Aber Hjulmand schaut offenbar über reine Statistiken hinaus.

„All meine Entscheidungen treffe ich, um dem Team so viel wie möglich zu helfen“, betonte der Coach. Im Kern geht es ihm um das Spielsystem. Flekken, der teure Neuzugang, ist zweifelsohne der bessere Fußballer – eine Eigenschaft, die Hjulmand schätzt und die für dessen taktische Vorstellungen entscheidend ist. Ein spielstarker Torwart, der aktiv am Spielaufbau teilnehmen kann, passt schlichtweg besser in Hjulmands Konzept.

Es geht nicht darum, Blaswich’ Leistungen abzuwerten. „Ich finde, er hat es sehr gut gemacht“, lobte Hjulmand. Dennoch sieht er Flekken als die größere Hilfe für die anstehenden Aufgaben – und insbesondere für den Kampf um die begehrtenChampions-League-Plätze. Der Rückkehrer versemmelte seinen Einstand gegen Heidenheim unglücklich, blieb jedoch ohne Schuld bei den drei Gegentreffern. Seine Gegentorquote von 1,56 pro Spiel in der Bundesliga muss dringend gesenkt werden – idealerweise in Richtung Blaswichs beeindruckender 0,8 Gegentore pro Ligaspiel. Gelingt dies nicht, wird der Kampf um Platz vier deutlich schwieriger.

Die Entscheidung für Flekken ist somit nicht nur ein Signal an Blaswich, sondern auch ein Bekenntnis zu Hjulmands Spielphilosophie. Ob diese Strategie aufgeht und ob Flekken seine Form wiederfindet, wird die kommenden Wochen zeigen. Eines ist jedoch klar: Der Konkurrenzkampf im Tor von Bayer 04 Leverkusen ist noch lange nicht entschieden.