Hennig dotzler stolpert über sich selbst – kläbo fliegt trotz crash zum 112. sieg
Katharina Hennig Dotzler schleppte sich über die Zielgerade von Lake Placid, als hätte sie zehn Kilometer durch Moor statt durch Schnee geackert. Platz 24 – ihre schwächste Leistung auf der klassischen Strecke seit Jahren. „Ich war ein nasser Waschlappen, null Power“, sagte die 29-Jährige mit zitternder Stimme. Die Olympiasiegerin sprach von ihrem Körper wie von einem Fremden, der plötzlich die Bremse zieht.
Die schweden feiern doppelsieg – deutschland schaut zu
Linn Svahn und Frida Karlsson rauschten als Erste und Zweite durchs Ziel, als hätten sie extra Energiesparstufen eingebaut. Hennig Dotzler dagegen verlor schon nach zwei Kilometern den Anschluss. „Seit Olympia ist die Luft raus. Ich muss auf meinen Geist hören – und der schreit: Stopp!“ Das Saisonfinale in den USA wird zur Zitterpartie statt zum Fest.
Helen Hoffmann wurde 22., bestes deutsches Resultat. Dennoch: Keine Deutsche landete im Top-20. Ein Statistik, die Bundestrainer verärgert zur Kenntnis nimmt.

Kläbo fliegt auf sturzflug zum nächsten rekord
Nur acht Tage nach seinem Spektakelsturz in Drammen – Gehirnerschütterung, Krankenhaus, Training ausfallen – schraubte Johannes Hösflot Kläbo den nächsten Sieg ein. 112. Weltcuperfolg, die 114 Marit Bjørgen-Marke liegt zwei Zähler entfernt. Der Norweger setzte sich in einem Fünffach-Sieg der Elitesquad vor den eigenen Kollegen durch. „Der Schädel knackt, aber die Beine fliegen“, kommentierte er trocken.
Elias Keck fuhr als bester Deutscher auf Rang 39 – mehr als zwei Minuten hinter Kläbo. Eine Differenz, die in der Langlauf-Welt so groß wirkt wie ein Absturz vom Podest.
Für Hennig Dotzler beginnt nun die Zeit der Selbstverhandlung. „Ich werde die Saison beenden und dann für zwei Wochen den Schnee meiden“, sagt sie. Kein Trainingsplan, kein Ziel, nur Stille. Der Körper hat gesprochen – und er sagte Nein.
