Heinevetter lacht ägypten aus – und verrät, warum das dhb-team nur schaulaufen braucht
Silvio Heinevetter hat sich kaum in die Expertenrolle geschaltet, da zückt er schon die nächste Provokation. „Ein bisschen Schaulaufen“ nennt Deutschlands Rekordtorhüter die beiden Testspiele gegen den Afrikameister – und fügt augenzwinkernd hinzu, die Nationalmannschaft solle sich nach ihrer EM-Sensation mal wieder so richtig feiern lassen. 206 Länderspiele hat er selbst bestritten, das letzte 2023 gegen eben jene Ägypter, die er nun als TV-Experte für ProSieben analysiert.
„Trainerfuchs und top-handball“ – lob mit klammer
„Ägypten ist ein extrem guter Gegner“, sagt Heinevetter in der Pressemitteilung und zählt sofort nach: ein Coach mit Spitzname „Trainerfuchs“, zehn Profis aus Champions-League-Teams, Tempo, Technik, Athletik. Alles schön und gut. Doch dann fällt der Satz, der die Sendung am Donnerstag (18.15 Uhr) und Sonntag elektrisieren wird: „Für das deutsche Team sollten sie aber auch ein bisschen Schaulaufen sein.“
Die Zahl, die alles erklärt: 32. Das ist der Unterschied in der Weltrangliste. Deutschland Platz 2, Ägypten 34. Zuletzt gewann das DHB-Team nur 26:25 – aber das war vor der Silvester-Euphorie, vor der EM-Medaille, vor dem Selbstvertrauen, das Julian Köster & Co. inzwischen atmen.

Warum heinevetters kante funktioniert
Moderatorin Andrea Kaiser wird ihn schief anlächeln, Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld wird lachen – und die Zuschauer merken: Der Mann kennt die Ägypter in- und auswendig. Er weiß, dass sie in der 60. Minute nicht nachlassen, sondern noch einen Gang hochschalten. Er weiß auch, dass das deutsche Mittelblock-Pressing seit der EM fast narrensicher wirkt. Und er weiß, dass 40 000 Fans in Düsseldorf keine Lust auf Spannung haben, sondern auf Dampfwalze.
Heinevetter spielt das Spiel mit offenen Karten: erst Respekt, dann Brüskierung. Die Ägypter werden sich das Video schnappen, übersetzen lassen, wütend auf Instagram posten. Genau das will ProSieben – und genau das will das DHB-Team, das seit der EM keine einzige Niederlage kassiert hat.
Wenn am Sonntag die Schlusssirene ertönt, steht vermutlich ein zweistelliger Sieg. Dann schaltet Heinevetter live zurück aufs Feld, reißt das Mikro runter und grinst wie damals, als er 2016 gegen Brasilien den Ein-Tor-Sieg festhielt. Nur dass er diesmal nicht pariert, sondern provoziert – und Deutschland sich selbst feiert.
