Hase/volodin zittern um berlin und die wm: das ende ihrer traum-story?
Es könnte der letzte Tanz auf Prager Eis werden – und keiner weiß, ob danach überhaupt noch Musik spielt. Minerva Hase und Nikita Volodin flitzen in zwei Wochen als Medaillenkandidaten auf die WM-Bühne, doch hinter dem Lächeln versteckt sich ein ganzer Sturm aus offenen Fragen.
Berlin droht der ausstieg – und mit ihm das duo
Der Berliner Bundesstützpunkt steht auf der Kippe. Kein Scherz. Keine Übertreibung. „Wenn es weitergehen soll, dann in einem professionellen Rahmen“, sagt Hase zwischen zwei Trainingseinheiten im Tempodrom. Dahinter verbirgt sich nichts weniger als die Existenzfrage eines gesamten Leistungszentrums. Kein Geld, kein Stützpunkt, kein Trainerstab – kein Volodin/Hase. Die simple Rechnung haben auch die Verbände verstanden: Ohne Perspektive verlieren sie ihr bestes Paar an die Showindustrie oder ins Ausland.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit 2024 holten die beiden bei drei aufeinanderfolgenden WM-Starts Edelmetall – Bronze, Silber, und jetzt? Vielleicht Abschied. Drei Podeste in Folge – das schafften zuletzt Savchenko/Szolkowy. Ein kleiner historischer Vergleich, der zeigt: Dieses Duo trägt deutschen Eiskunstlauf auf Schultern, die schon längst hätten entlastet werden müssen.

Von olympia-gala zu gala – ohne luft zum atmen
Mailand liegt nur zwei Monate zurück, doch die Anspannung wirkt wie ein alter Muskelkater. „Vor allem mental anstrengend“, beschreibt Hase die Post-Olympia-Tour: Talkshow, Sponsorentermine, Dauerlächeln. Dazwischen nur micro-breaks, keine echten Tage aus. Dass sie am Sonntag trotzdem im ausverkauften Tempodrom eine halbe WM-Kür rissen, spricht für ihr Antrieb-System: Wettbewerb als Dauerzustand.
Das „Holiday-on-Ice“-Intermezzo war mehr als ein PR-Gag. Kleinere Fläche, härteres Eis – ein Test für die schnellen Prager Passagen. Volodin zuckt mit den Schultern: „Man spürt jeden Landing. Das zwingt dich, sauber zu bleiben.“ Nebenbei ein kleines Experiment: Wie reagieren die Knochen, wenn du sie auf Biegsamkeit statt auf Dauerbelastung trimmst? Die Antwort bekommen sie in Prag – oder eben nicht mehr.

Letzter einsatz? die uhr tickt lauter als die musik
Die 23. bis 29. März im O2-Universum werden zur Zerreißprobe. Sollte das Quartett aus Stützen, Trainern und Finanzplan nicht stehen, könnte die Kür in Prag ihr sportliches Finale sein. Dann wäre Schluss mit „Step-by-Step“, dann wäre Schluss mit der einzigen deutschen Paar-Constellation, die derzeit international mit Kanada und Japan mithalten kann.
Die Ironie: Je besser sie fahren, desto größer der Druck auf die Politik. Ein Gold in Prag würde nicht nur die Medaillensammler auf 1-1-1 bringen, sondern auch die Forderung nach einem sicheren Standort untermauern. Die Sportbundeskanzlei muss wissen: Verliert Deutschland dieses Paar, dauert es Jahre, bis ein Nachfolger die Weltrangliste so hoch klettert.
Der Countdown läuft – für Hase/Volodin, für Berlin, für den deutschen Eiskunstlauf. In 14 Tagen wissen wir mehr. Vielleicht zu viel.
