Hanfmann scheitert wieder: sandträume platzen in santiago
Again. 0:2. Sand, Sonne, Enttäuschung. Yannick Hanfmann stand zum dritten Mal in einem ATP-Finale, zum dritten Mal verließ er den Platz ohne Teller – diesmal mit 6:7, 5:7 gegen den italienischen Puncher Luciano Darderi in Santiago de Chile.
Der favorisierte cerúndolo war nur die vorschau
Die Warnung kam schon im Halbfinale: Als Hanfmann den an Eins gesetzten Francisco Cerúndolo aus dem Turnier warf, jubelte nur seine kleine deutsche Fan-Kolonie. Der Rest des Centros de Tenis schaute gebannt auf den 34-Jährigen, der plötzlich wie ein Halbgott im roten Staub wirkte. Doch Darderi las das Skript nicht mit. Der 22-Jährige schlug dreckige Winner, schrie in italienischem Stakkato und ließ Hanfmann hinter der Grundlinie tanzen. Die Tiebreak-Fehlerfolge im ersten Satz war symptomatisch: Vorhand ins Netz, Aufschlag Richtung Reihe 12, Abnahme am Kreuz. 6:8. Lächeln. Abpusten. Weiterspielen.
Im zweiten Durchgang reichte ein Break bei 5:5. Hanfmann stemmte noch 30 Punkte heraus, verbrannte aber alle drei Breakchancen. Die letzte Rückhand landet im Netz, Darderi fällt auf den Rücken, Hanfmarm schüttelt die Hand – und schon ist der Moment vorbei. 62.115 Dollar und 165 Weltranglistenpunkte stehen auf dem Konto, Rang 65 ersetzt 81. Ein Sprung, kein Sprung.

Indian wells wartet mit hartem boden
Nächster Stopp: Wüste Kaliforniens. Hartplatz. 1210 km/h Aufschlaggeschwindigkeit. Hanfmann muss in die Quali, das Hauptfeld verpasste er um zwei Plätze. Dort, wo andere schon im Spa abtauchen, schraubt er weiter an seinem Sandplatz-Image. 2017 Gstaad, 2020 Kitzbühel, 2026 Santiago – drei Finals, drei Niederlagen. Die Statistik nagt. Aber die Frage bleibt: Wie viele 34-Jährige schaffen es überhaupt noch ins Finale? Die Antwort lautet: Wenige. Und genau deshalb wird er morgen wieder aufschlagen.
