Handball-weltmeisterschaft 2027: wm-qualifikation wirbelt europas top-nationen durcheinander
Ein EM-Debakel reicht, um vom Thron zu fallen. Polen, Serbien, Montenegro – allesamt gestern noch gesetzt, heute im Kampfmodus. Die Qualifikation für die Handball-WM 2027 in Deutschland beginnt früher als gedacht und serviert erste Sensationen.
Georgien fliegt raus – und tskhovrebadze trifft sich blind
Georgien schaffte es nicht einmal bis zur dritten Runde. Im heimischen Telavi musste das Team zweimal gegen Israel ran – und kassierte eine Packung. Im ersten Spiel unterlag man 29:32, obwohl Giorgi Tskhovrebadze, früher bei Frisch Auf Göppingen, zwölfmal traf. Im Rückspiel reichten ihm acht Tore nur zu einem 30:28-Sieg, nicht genug, um die K.o.-Runde zu erreichen. Für Georgien ist Schluss, für Israel geht's gegen Spanien weiter – ein Schritt Richtung erste WM-Teilnahme überhaupt.
Die Ukraine erlebte ein Déjà-vu. Auch sie war EM-Teilnehmer, auch sie verlor zu Hause – in Bensheim, wo sie aus Sicherheitsgründen auswichen. Die Slowakei gewann 27:24, Torhüter Marian Zernovic war mit zwölf Paraden der Unterschied. Ihor Turchenko war mit elf Treffern zwar treffsicher, aber machtlos.

Griechenland tanzt belgien aus – boskos und toskas zeigen klasse
Griechenland dagegen zieht souverän weiter. Nach dem 29:26 im Hinspiel setzte es im Rückspiel in Belgien ein 34:31. Theodoros Boskos und Achilleas Toskas trafen jeweils siebenmal, Toskas – einst bei der TSG Ludwigshurg – bewies vor allem in der Schlussphase Nervenstärke. Die Hellenen treffen nun auf die Niederlande, ein Duell mit WM-Charakter.
Bosnien-Herzegowina schickt den Kosovo nach Hause. Keeper Zoran Radi hielt 13 Bälle, Mislav Grgic traf achtmal – ein 34:21, das keine Fragen offenlässt. Polen holte Kamil Syprzak zurück, der Paris-St.-Germain-Riese erzielte fünf Tore, Mikolaj Czaplinski steuerte zehn bei. Lettland hatte keine Chance, 33:24 hieß es am Ende. Mateusz Zembrycki im Tor glänzte mit neun Paraden und 39 % Fangquote.

Montenegro und serbien marschieren – simic und pechmalbec liegen im kader
Montenegro zeigte sich eiskalt in Finnland: 36:32. Nebojsa Simic hielt 13 Bälle, Luka Radovic traf neunmal. Die Finnen stemmten sich mit Keeper Lukas Wallinder (11 Paraden) dagegen, doch es reichte nicht. Serbien demontierte Litauen mit 42:25. Dragan Pechmalbec war mit zehn Toren der Rückraum-Garant, Dejan Milosavljev parierte 21 Würfe – eine Leistung, die schon jetzt WM-Niveau hat.
Rumänien fuhr in der Türkei einen 37:32-Sieg ein. Doruk Pehlivan und Andrei Buzle trafen jeweils achtmal – ein Ergebnis, das die Osteuropäer auf Kurs bringt. Im Mai geht es in die dritte Quali-Runde, dann werden die letzten zehn Tickets für die WM 2027 in Deutschland vergeben.
Die Karten sind neu gemischt. Wer vor Monaten noch als gesetzt galt, muss jetzt zittern. Die Qualifikation ist kein Gehsteig mehr, sondern ein Minenfeld – und jeder Schritt zählt doppelt.
