Hamburg gegen münchen: jetzt spricht tschentscher vom olympia-k.o.
Hamburg will 2036, 2040 oder 2044 die Sommerspiele – und macht dabei keinen Hehl aus dem eigentlichen Gegner: München. „Zwischen uns und denen wird es ausgehen“, sagt Bürgermeister Peter Tschentscher am Dienstag im Rathaus. Der Rest der deutschen Bewerber? Laut ihm nur Statisten.
Kurze wege statt weißwurst-image
Die Hansestadt präsentiert ein Update ihres Konzepts: keine neuen Sportpaläste, keine Betonwüste, kein Milliardengrab. Stattdessen setzt man auf das Schlagwort „Olympia der kurzen Wege“. Bestehende Hallen und Arenen sollen herhalten, temporäre Bauten verschwinden hinterher wieder. „Wir biegen nicht die Stadt für die Spiele, wir biegen die Spiele, damit sie in unsere Stadt passen“, sagt Tschentscher. Das klingt nach Öko-Klischee, ist aber pure Kalkulation: Der DOSB schreibt Nachhaltigkeit vor, wer neue Stadien plant, fliegt raus.
Der Zeitplan ist eng. Am 31. Mai stimmen Hamburgs Bürger ab – ein Nein wäre das Aus. München hat sein Referendum schon hinter sich: 66,4 Prozent sagten Ja. Die Metropolregion Rhein-Ruhr befragt Kommunen am 19. April, Berlin verzichtet komplett auf Volksabstimmung. Tschentscher sieht das als Schwäche. „Ohne Bürgerbeteiligung? Keine Chance.“

„Olympia gibt uns den schub, den wir brauchen“
Dahinter steckt ein alter Traum: Hamburg will endlich den großen Knoten durchschlagen. Die Elbphilharmonie war teuer, die S-Bahn-Tunnel sind marode, die Hafencity wächst nur schleichend. Olympia könnte die Finanzspritze für neue U-Bahn-Linien und den längst fälligen Ausbau der Sportinfrastruktur sein. „Wir reden hier über Milliarden, die sonst nie kommen“, sagt ein Stadtentwickler im Hintergrund. Tschentscher nennt es „nationalen Rückenwind für große Infrastrukturprojekte“. Klingt nach Politikersprech, meint aber: Der Bund öffnet die Kasse nur, wenn das IOC zusagt.
München? Die haben 1972 schon gefeiert, findet Tschentscher. „Aber Olympia ist mehr als Lederhose und Weißwurst.“ Es klingt wie ein Seitenhieb – ist es auch. Die Bayern werben mit Erfahrung, Hamburg mit Frische. Die Frage ist nur: Kauft das IOC den Hanseaten das ab?
Am 26. September 2026 fällt in Baden-Baden die Entscheidung. Bis dahin heißt es für Hamburg: Überzeugen, umlenken, überrennen. Tschentscher ist bereit, auch wenn er sich „hanseatischer Bescheidenheit“ rühmt. Dahinter steckt ein Mann, der weiß: Diese Spiele sind seine Legacy. Entweder Hamburg oder München. Mehr nicht.
