Spink-zwillinge flüchten aus schwenningen – dresden zieht sie in den abstiegsstrudel
Sie haben die Wild Wings sechs Jahre lang geführt, nun fliegen sie genau dorthin, wo die Pleite längst Programm ist: Tylor und Tyson Spink wechseln zu den Dresdner Eislöwen, dem frisch gebackenen DEL-Absteiger. Die Bombe platzte am Montagmittag – und sie lässt die Black-Forest-Arena mit offenem Mund zurück.
Doppelpack statt doppelte null – warum dresden?
Die Antwort liegt in der Vertragsklausel. Die Brüder unterschrieben je ein Zweijahrespapier, das sowohl für die DEL als auch für die DEL2 gilt. Ein Sicherheitspolster, das Schwenningen nicht bieten konnte. „Für uns ist es etwas Besonderes, weiterhin gemeinsam auf dem Eis zu stehen“, sagt Tyson Spink, der mit 109 Treffern in 282 Partien zur Kultfigur in Baden-Württemberg wurde. Sein Zwillingsbruder Tylor lieferte 71 Tore und 136 Assists in 292 Spielen – Zahlen, die selbst bei Konkurrenten Respekt erzeugen.
Doch die Statistik allein zahlt keine Gehälter. Geschäftsführer Stefan Wagner musste zugeben: „Wir konnten Tylor und Tyson zum jetzigen Zeitpunkt nicht die verlässliche Perspektive bieten.“ Gemeint: Der Etat schrumpft, der Kader wird jünger, die Spinks zu teuer. Dresden dagegen wirbt mit Spielzeitgarantie und einer Offensive, die nach dem Abstieg wieder nach oben schielen will.

Die rechnung der eislöwen
Für die Sachsen ist der Coup ein Statement. Mit 30 Jahren sind die Zwillinge nicht mehr die jüngsten, aber sie bringen genau das mit, was in der DEL2 selten ist: Top-Scorer-Qualität und Liga-Erfahrung. Die Fans in der EnergieVerbund Arena dürfen sich auf Powerplay-Varianten freuen, die in Schwenningen jahrelang Standard waren. Die Frage ist nur: Halten die Knie, wenn die Gegner in Straubing oder Kassel nicht mehr mit NHL-erfahrenen Verteidigern, sondern mit Haken und Hacken aus der zweiten Reihe kommen?
Die Spinks selbst klingen, als hätten sie die Zweifel längst abgeschüttelt. „Dresden hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt“, sagt Tylor. Was er verschweigt: Der Klub schuldet noch Zahlungen an die DEL wegen Lizenzverfahren, und das Budget liegt rund 1,5 Millionen Euro unter dem Schwenninger Niveau. Aber sie bekommen, was ihnen in Baden-Württemberg verwehrt blieb: eine Startgarantie und das Versprechen, das nächste Aufstiegsrennen anzuführen.
Die Wild Wings wiederum verlieren mit einem Schlag 180 Punkte Kreativität. Trainer Tom Pokel muss nun eine neue erste Reihe basteln, die nicht nur Tore schießt, sondern auch das Publikum begeistert. Die Entscheidung der Spinks ist ein Einschnitt – und sie zeigt: In der DEL zählt am Ende nicht das Herz, sondern die Kontostandszeile.
