Graz-liebenau wird zum uefa-fort: 70 mio-euro-plan für 20.100 fans fix
Kein Neubau, kein Sprengen, keine 120-Millionen-Rechnung. Graz wählt den schlanken Weg und verwandelt das Altstadion Liebenau mit 70 Millionen Euro in eine UEFA-konforme Arena mit 20.100 Plätzen. Die Studie liegt vor, der Gemeinderat kann am 11. Mai grünes Licht geben – und dann ist das Land Steiermark gefordert.
Warum der spar-plan aufgeht
Die Rechnung ist einfach: Wer die Tribünen im Norden, Osten und Süden samt Dach stehen lässt, spart sich Grundstückskäufe und Abrisskosten. So bleibt der Kostenrahmen von 60 bis 70 Millionen Euro einhaltbar, obwohl das Stadion künftig 15.700 feste Sitzplätze plus 4.400 flexible Steh-/Sitzplätze bietet. Die Zauberformel heißt: Spielfeld absenken, Stadiongraben weg, Atmosphäre rein.
SK Sturm und GAK haben die Pläfe mitverhandelt, beide Clubs unterschrieben. Für internationale Bewerbe fehlt künftig nur noch das Land als Mitfinanzierer. Die Stadt zieht den Hut vor sich selbst: „Mit großer Kraftanstrengung machbar“, so KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr. Die grüne Vizebürgermeisterin Judith Schwentner betont den runden Tisch, die SPÖ fordert Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) auf, endlich einzusteigen.

Was die fans wirklich merken
Tieferer Blick aufs Spielfeld, besserer Schallschutz, getrennte Fanströme, barrierefreie Zugänge – und endlich ordentliche Kioske statt verrosteter Blechbuden. Dazu 1.700 VIP-Plätze in neuen Skyboxen, genug Platz für TV-Kräne und eine Medientribüne, die nicht mehr aus Containern wackelt. Die Studie verspricht: Kein Grundstück muss gekauft, keine Nachbarschaft versiegelt werden.
Die Uhr tickt. Wenn der Gemeinderat im Mai den Grundsatzbeschluss fasst, startet die Finanzdirektion gemeinsam mit dem Land und den Vereinen das Betriebskonzept. Zeitplan: Planungsbeschluss im Herbst 2026, Baustart 2027, Eröffnung voraussichtlich 2029. Dann empfängt Graz Champions-League-Spiele – oder zumincht einmal ein Europa-League-Gruppenspiel von Sturm. Die Karten dafür sind bereits gedruckt: 20.100 mal Euro-Umverteilung für die steirische Landeshauptstadt.
