Goretzka schlägt zurück – mit traumpass und wm-mission
Ein Lupfer, der alles verändert. Leon Goretzka spielte gegen Gladbach den Ball so präzise in den Lauf von Luis Díaz, dass selbst der Kolumbianer kurz staunte. 1:0, Anpfiff für eine Machtdemonstration – und für eine Antwort an alle, die ihn schon abgeschrieben hatten.
Nagelsmanns vertrauen war kein geschenk, sondern eine rechnung
Der Bundestrainer hatte im Kicker-Interview gesagt, Goretzka werde „trotz weniger Spielzeit“ bei der WM eine Rolle spielen. Für viele ein Freifahrtschein, für Goretzka ein Geldkoffer voller Erwartungen. „Das war keine Überraschung, sondern eine Aufgabe“, sagte er nach der Partie. Und lieferte direkt die erste Quittung: einen Assist, 96 % Passquote, zweikampfstrong wie eh und je.
Die Szene war Programm. Goretzka hatte sich im Hotel vorgenommen, das Spiel „bewusst zu genießen“. Weil er weiß: Es wird eins seiner letzten in München. Nach acht Jahren verlässt er den FC Bayern ablösefrei. Kein Abschied auf Raten, sondern ein Schnitt – sauber, ohne Nostalgiepampe.

Wm-ticket, ausland, atletico – alles offen, nichts dem zufall überlassen
„Noch einmal richtig kompetitiven Fußball im Ausland“ – das klingt nach Premier League, nach Spanien, nach Juve. Goretzka lächelt nur: „Ich mache meine nächste Station nicht vom Wetter abhängig.“ Klarer kann man seine Ansprüche nicht formulieren. Er will Spitze, sonst nichts.
Dabei bleibt die Frage: Spielt er im Sommer überhaupt noch für Deutschland? Die Antwort lautet: Ja. Nicht, weil Nagelsmann ihn gern hat, sondern weil Goretzka genau das liefert, was das DFB-Team braucht: Kopfball, Wucht, Sechzehner-Präsenz. Kurz: den Typen, der reinläuft, wenn’s brennt.
Gegen Gladbach war das Feuerwerk nur der Auftakt. In den nächsten Wochen wird er jede Minute nutzen, um Nagelsmann zu zeigen: Diese Rechnung geht auf – und zwar mit Zinsen. Dann packt er den Koffer, fliegt zur WM und danach ins Abenteuer. „Wir werden schon etwas Schönes finden“, sagt er. Nach diesem Abend glaubt man ihm jedes Wort.
