Göppingen baut fanblock um: grüne wand soll ews arena in brand setzen

Frisch Auf Göppingen schlägt demnächst einen neuen Ton an. Die grün-weiße Handball-Bundesliga plant für die Saison 2026/27 eine komplett überarbeitete Südtribüne, die künftig als laute, springende Grüne Wand durch die Hölle Süd toben soll.

Statt sitzbank wird geballert – was sich ändert

Im oberen Teil von Block T entsteht ein reiner Stehplatzbereich. Bisherige Dauerkarteninhaber werden persönlich informiert und können entweder ihren Sitzplatz in eine Steh-Dauerkarte umwandeln oder in einen anderen Sektor umziehen. Die verbleibenden Tageskarten bleiben limitiert – Erst-kommen-erntet gilt auch für Mitglieder des Fanclubs Grün-Weiß e.V., der eng mit dem Klub koordiniert.

Peter Kühnle, stellvertretender Geschäftsführer, nennt das Projekt eine „Heimat für aktive Fans“. Gemeint ist ein Ort, an dem Schals schwingen, Gesänge im Kehlkopf kreisen und die Mannschaft tagtäglich spurtsüchtig mitbekommt, dass hinter ihr eine Wand aus Menschen steht, die nicht mehr stillsitzen will.

Warum jetzt und warum überhaupt

Warum jetzt und warum überhaupt

Göppingen schielt seit Jahren auf die Fangruppierungen von Flensburg oder Kiel, die ihre Hallen regelmäßig in Pulverkessel verwandeln. Mit durchschnittlich 4.100 Zuschauern in dieser Spielzeit liegt die EWS Arena im soliden Mittelfeld der Liga, doch die Akustik bleibt nüchtern, wenn nur jede dritte Reihe mal klatschelt. Die Grüne Wand soll das ändern: mehr Dichte, mehr Lärm, mehr Zusammengehörigkeit.

Der Klub verspricht, dass die Preise für Stehplätze stabil bleiben – ein Wort, das in Zeiten steigender Nebenkosten selten fällt. Doch die Botschaft ist kalkuliert: Nur wer bezahlbar bleibt, lockt Jugendliche und Spontanbesucher, die sonst vielleicht vor der Halle stehen bleiben.

So geht’s weiter

So geht’s weiter

Ende März startet das Vorkaufsrecht für Dauerkarteninhaber. Wer sich jetzt schon warm machen will, kann sich per E-Mail an [email protected] eintragen und bekommt Infos zu Kapazität und exaktem Platzplan zugeschickt. Die Kapazität des Stehplatzbereichs hängt maßgeblich von der Nachfrage ab – ein offener Flirt mit der eigenen Fanbasis, der endlich mal kein zusätzliches Nahrungsmittel kostet.

Für Trainer und Spieler ist die Maßnahme ein Geschenk. Denn nichts pusht Handballer so sehr wie ein Grollen im Rücken, das sich anfühlt, als würde die Halle selbst atmen. Die grüne Wand soll genau dieses Grollen erzeugen – und Göppingen damit zurück in die oberen Tabellenregionen schubsen, wo sie in den letzten Jahren nur kurz vorbeischauten.

Der Countdown läuft. Wer in der Saison 2026/27 dabei sein will, wenn die Tribüne erbebt, sollte sich sputen. Die grüne Wand wartet – und sie wird laut werden.