Goggia knallt sich den super-g-cup in letzter sekunde – štuhec feiert sich mit champagner aus

Sofia Goggia hat die letzte Fahrt der Saison genutzt – und sich mit einem halbenSekunden-Ruck die kleine Kristallkugel geschnappt. Die Mailänderin jagte über die Streif und fegte Kira Weidle-Winkelmann um sechs Zehntel weg. Alice Robinson schaute zu, wie der Pokal ihr vor den Ski entglitt.

Robinsons fehler kostet den triumph

Die Neuseeländerin war auf Kurs, doch ein Tor nahm sie zu direkt. Das Material zog nach innen, die Linie riss, der Rhythmus brach. Rang neun, kein Titel, nur Staub auf der Brille. „Ich hab’s gespürt, noch vor der Zwischenzeit“, sagte sie später. „Da war schon nichts mehr zu holen.“

Goggia hingegen fuhr wie entfesselt. Sie nahm die Hangkante früher, presste die Kante härter, ließ die Ski laufen. Der Seitenwind, der anderen die Weste flattern ließ, schob sie nur noch schneller. Nach 1:20,92 Minuten war klar: Der Cup gehört ihr – zum zweiten Mal nach 2021.

Štuhec geht mit champagner und standing ovation

Štuhec geht mit champagner und standing ovation

Ilka Štuhec kam als 27. ins Ziel, aber das war egal. Die Slowenin hatte sich ihren Abschluss schon vor Tagen ausgedacht. Als sie die letzte Planke passierte, stieg der Ruf „Štuhec, Štuhec“ vom Hang. Kolleginnen warteten mit Champagner, der Schaum spritzte auf die Brillen. „Ich bin keine Tränen-Frau“, sagte sie, „aber heute laufen sie trotzdem.“

Die 33-Jährige nimmt zwei kleine Kristallkugeln mit: 2019 und 2023. Dazu drei WM-Golds, 26 Weltcup-Siege. Ihr Nachfolgerinnen haben schon angefragt, wie man so eine Karriere überhaupt plant. Die Antwort lautet: „Gar nicht. Man fährt einfach – bis man nicht mehr fahren will.“

Die Saison ist vorbei, aber das Echo bleibt. Goggia sammelte 426 Super-G-Punkte, Robinson bleibt bei 405. Die Differenz: ein einzelner Fahrfehler, 0,22 Sekunden, ein Leben lang.