Gladbach zerbricht in münchen: reitz-blitzrot wirft team aus der bahn

Die Nacht begann mit der Hoffnung auf den ersten Auswärtssieg seit 44 Jahren in der Allianz Arena und endete mit dem alten Gefühl: Bayern spielt, Gladbach zahlt. 1:4 lautete die Quittung, dazu ein Platzverweis für Rocco Reitz – und plötzlich steht der Klub wieder mit dem Rücken an der Abstiegswand.

Die Geschichte schreibt sich fast wie ein Déjà-vu: schon wieder ein frühes Gegentor (Minute 11), schon wieder ein Konter, den man sich selbst eingebrockt hat (Minute 38), schon wieder ein kaputtes Spiel, ehe die Wurst kalt ist. „Wenn es zur Pause 0:1 steht, ist noch alles drin“, sagte Nico Elvedi. Stattdessen war es 0:2, und die Köpfe hingen tiefer als der Nebel über dem Isar-Fluss.

Der vermeintliche foul-faden, der gar nicht existierte

Der zweite Treffer entstand nach einem Ballverlust von Hugo Boling. Der Pass war schlampig, Laimer stach dazwischen, Boling ging zu Boden – und die Gladbacher Bank schrie nach Foul. Robert Schröder ließ laufen, Kollegen vom VAR griffen nicht ein. „Er trifft nicht den Ball, für mich ist das ein Foul“, schimpfte Co-Trainer Eugen Polanski. Die Szene kostete zwei Tore Vorsprung, aber sie kostete vor allem Nerven.

Die Wende blieb aus, weil Gladbach sich selbst aus dem Spiel nahm. Nach der Pause folgte die 59. Minute, die alles in Scherben schlug. Reitz grätschte halbherzig gegen Nicolas Jackson, erwischte ihn am Fuß und dann am Trikot – ein Haltevergehen, keine Frage. Schröder entschied auf Elfmeter und Rot. „Regelkonform, aber hart“, sagte Polanski. Die Statistik sagt: seit 2019 kassierte kein Bundesligaspieler im gleichen Atemzug Elfmeter und Rote Karte für ein taktisches Foul. Reitz ist jetzt das Musterbeispiel.

Die sperre trifft den abstiegs-gipfel

Die sperre trifft den abstiegs-gipfel

Weil Musiala den fälligen Strafstoß versenkte, war die Partie mit 0:3 gelaufen und die Sperre von Reitz besiegelt. Er fehlt am Freitag gegen St. Pauli – einem direkten Konkurrenten im Keller. „Er ist unser Motor, das tut weh“, sagte Elvedi. Dann folgen Köln und Heidenheim, alles Sechs-Punkte-Spiele. Die Tabelle lügt nicht: Wer jetzt punktet, bleibt drin. Wer stolpert, rutscht in die 2. Liga.

Die Zahlen sind gnadenlos: Gladbach kassierte in den letzten fünf Auswärtsspielen 15 Gegentore, schoss nur zwei Tore. Die Defensive wirkt wie ein offenes Tor, der Angriff wie ein Sprayer ohne Farbe. Trainer Gerhard Seoane sprach von „extrem wichtigen Wochen“. Die Botschaft ist klar: entweder findet das Team nun die Schalter, oder die Saison endet im freien Fall.

Bayern feiert, Gladbach zählt die Wunden – und die Tage bis zum Freitag ticken lauter als die Uhr im Kabinengang. Wer in München badet, muss zuhause siegen. Sonst wird der Trausen vom Abstieg zur Realität.