Gimeno: die architektin des spanischen 3x3-basketballs

Die spanische Basketballszene hat eine Frau, die im Hintergrund agiert, aber alles bewegt: Vega Gimeno Martínez. Nach ihrer aktiven Karriere im 5x5-Bereich hat sie sich dem 3x3 verschrieben und ist zur Schlüsselfigur für den Aufstieg dieser Disziplin im spanischen Sport geworden. Nach dem enttäuschenden Abschneiden der spanischen Nationalmannschaften bei der Weltmeisterschaft in Polen zeigt sie sich realistisch, aber voller Tatendrang.

Die analyse der niederlage: mehr als nur ein schlechtes spiel

Die frühe Elimination der spanischen 3x3-Nationalmannschaft im Gruppenspiel war ein Schock. Doch Gimeno relativiert: „Das ist 3x3. Man ist nie so gut, wie die Ergebnisse es suggerieren, und auch ein schlechtes Spiel definiert nicht die Qualität eines Teams.“ Sie betont die Volatilität des Formats und erinnert daran, dass ein unglückliches Spiel gegen eine vermeintlich schwächere Mannschaft wie Madagaskar ausreichen kann, um eine Weltmeisterschaft vorzeitig zu beenden. Wichtig sei, wie das Team mit diesen Rückschlägen umgeht und aus ihnen lernt.

Emotionale stärke als schlüssel zum erfolg

Emotionale stärke als schlüssel zum erfolg

Gimeno unterstreicht, dass im 3x3 der emotionale Aspekt eine ebenso wichtige Rolle spielt wie die körperliche Fitness. „Der emotionale und mentale Aspekt, wie man sich von solchen Rückschlägen erholt, ist fast wichtiger.“ Sie sieht die kommenden Spiele als Test für die Charakterstärke der Mannschaft und als Chance, sich neu zu fokussieren. Die Vorbereitung auf das Pre-Europeo (16. und 17. Juni in Rumänien) wird entscheidend sein, um zu sehen, welches Team wirklich bereit ist.

Blick nach olympia: generationenwechsel und die suche nach der perfekten harmonie

Blick nach olympia: generationenwechsel und die suche nach der perfekten harmonie

Im Gegensatz zu den etablierten 5x5-Mannschaften befindet sich die spanische 3x3-Nationalmannschaft im Umbruch. Gimeno spricht von einem „Sprint“, um das Team für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu formen. „Wir haben keine Zeitvorgaben, aber die Spielerinnen müssen sich dem 3x3 verschreiben und die richtige Spielpartnerin finden – jemanden, für den sie im Blut liegen würden.“ Die Women’s Series im Sommer werden genutzt, um die Chemie innerhalb der Mannschaft zu testen und die besten Kombinationen zu finden. Sie betont, dass die Spielerinnen Verantwortung übernehmen müssen und dass die Suche nach der richtigen Harmonie entscheidend sein wird.

Mehr als nur eine spielerin: die rolle der pionierin

Mehr als nur eine spielerin: die rolle der pionierin

Gimeno blickt auf ihre eigene Karriere zurück, die sie seit 2014 dem 3x3 verschrieben hat. „Ich und das 3x3 sind gemeinsam gewachsen“, sagt sie. Sie erinnert sich an die frühen Tage, als die Disziplin noch wenig Anerkennung fand und die Regeln noch nicht endgültig festgelegt waren. Ihr Engagement geht jedoch über das Spielfeld hinaus. Als Sportdirektorin von The Embassy, einem Projekt von José Manuel Calderón und Berni Rodríguez, setzt sie sich für die Professionalisierung des 3x3-Basketballs in Spanien ein. „Es geht darum, das Produkt zu verkaufen und die Attraktivität des 3x3 zu zeigen – mit Sport, Spaß und einer enormen Reichweite in den sozialen Medien.“

Die Erhöhung der Teilnehmerzahl im 3x3-Turnier bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 ist ein positives Zeichen für die wachsende Popularität dieser Disziplin. Gimeno betont, dass dies die Tür für mehr Pre-olympische Qualifikationsveranstaltungen öffnen und mehr Ländern die Chance geben könnte, sich zu qualifizieren. Aber sie mahnt zur Geduld: „Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Liga Femenina Endesa sich vollständig an das 3x3 anpasst.“

Vega Gimeno ist mehr als nur eine ehemalige Basketballspielerin. Sie ist eine Visionärin, eine Architektin, die den spanischen 3x3-Basketball von den Grundlagen aufbaut und dabei stets die emotionale Stärke und die Leidenschaft für den Sport in den Vordergrund stellt. Die Zukunft des spanischen 3x3-Basketballs liegt in ihren Händen – und sie scheint bereit zu sein, diese Herausforderung anzunehmen.