Giménez steigt wieder ein – milan hofft auf tor-kaskade
Endlich wieder dabei. Santiago Giménez lief nach 135 Tagen erstmals mit der Mannschaft auf, und die Kollegen feierten ihn mit einem Spalier, das mehr Schulterklopfen als Protokoll war.
Der Mexikaner hatte sich am 28. Oktober in Bergamo die Sprunggelenksbandage ruiniert, drei Tage später lag er auf dem OP-Tisch. Seitdem fehlten Milan 21 Pflichtspiele und zwölf Tore, die niemand ersetzt bekam.
Der plan bis zur heim-wm
Acht Wochen hat Giménez Zeit, um vor dem Confed-Cup auf heimischem Boden wieder zur alten Stärke zu finden. Klub und Spieler haben intern ein Modell vereinbart: 30 Minuten Einsatzzeit am Wochenende, dann steigern. Die Mediziner sprechen von „kontrollierter Reaktivierung“, in Wahrheit ist es ein Wettlauf gegen die Langzeitmüdung, die bei Band-Transplantationen droht.
Der Sturm sieht ohne ihn müde aus. Pulisic laboriert an Adduktoren, Nkunku kommt nicht in Tritt, Füllkrug traf in 336 Minuten nur einmal. Allegri braucht einen Sechser, der vorne mitmischt – und genau dafür wurde Giménez einst verpflichtet.

Warum milan jetzt zahlt
Die Verantwortlichen wissen: Verpasst der Angreifer diese Rückrunde, droht ein Sommer mit zwei verkäuflichen Neunern und keinem garantierten Torjäger. Eine von ihnen muss weichen, um Platz für einen Hochkaräter zu machen. Giménez will nicht der Abgegebene sein. Sein Berater flüsterte in Mailand: „Wenn er trifft, bleibt er.“ Die Devise lautet: Tore statt Transferliste.
Beobachter spüren eine neue Ruppigkeit im Training. Giménez jagt jeden Ball, als wäre es Länderspiel. Die Physios stoppen ihn manchmal mit einem Pfiff – sonst würde er übers Ziel hinausschießen. Die Knöchel sind zwar verheilt, der Kopf läuft bereits auf Hochtouren.
Am Sonntag steht Bologna an. Keiner wagt eine Prognose, aber die Tribüne wird ihn feiern, egal ob Joker oder Startelf. Denn seine bloße Anwesenheit verspricht das, was Milan seit Wochen vermisst: Torgefahr, die nicht von der Leistungsdiagnose abhängt.
Die Rechnung ist einfach: Dreffende Giménez bedeutet Champions-League-Platz plus Millionen-Prämien. Fehlende Giménez bedeutet Pokalfinale gegen die eigene Unverlässlichkeit. Die Antwort bekommt Mailand in den nächsten acht Wochen – und sie fällt nicht spät, sondern genau jetzt.
