Asp-jensen fällt aus: gc muss gegen leader thun mit notelf antreten

Der Grasshopper Club reist mit einem halben Krankenzimmer statt mit einer Startelf in den Berner Oberland – und das gerade zum Topspiel gegen Leader Thun. Asp Jensen, Topscorer und Hoffnungsträger, bleibt wegen einer Rückenblessur in Zürich sitzen. Die Nachricht schlug am Freitagabend wie ein Gongschlag ein, denn der Däne hatte in dieser Saison sieben Treffer und vier Vorlagen auf dem Konto und damit fast 40 Prozent aller GC-Tore direkt eingeleitet oder erzielt.

Die personelle lücke wird zur schlucht

Doch damit nicht genug. Trainer Carlos Bernegger muss am Samstag um 18 Uhr auch auf Amir Abrashi und Michael Frey verzichten – beide gesperrt. Dazu fehlen die Langzeitverletzten Decarli, Paloschi und Zvonarek. Das ergibt eine Dreierkette aus Ausfällen, die sich wie ein Riss durch die Kaderplanung zieht. Die letzte Partie gegen Thun endete mit einem 3:1 für die Berner; damals erzielte Asp Jensen das zwischenzeitliche 1:1. Genau diese Option fällt nun komplett weg.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: In den fünf Spielen ohne den Dänen holte GC nur zwei Punkte. Die Tordifferenz: 3:11. Thun wiederum kommt mit der besten Auswärtsbilanz der Liga – acht Siege, zwei Remis, nur eine Niederlage. Die Zahlen sind so hart wie das Eis auf dem Stockhornkamm.

Notlösungen und ein blick in die vitrine

Notlösungen und ein blick in die vitrine

Bernegger wird wohl mit einem 4-2-3-1 antreten, in dem der 18-jährige Nachwuchsstürmer Leonardo Uka die Spitze bildet. Hinter ihm: ein Mittelfeld, das in dieser Saison noch nie zusammen spielte. Die Bank besteht aus drei Stürmern der U-21 und zwei A-Jugendlichen, die eigentlich für das Cupspiel gegen Wettswil vorgesehen waren. Die Thuner werden das sofort riechen und mit ihrer typischen Frühpressing-Variante nachsetzen.

Für die GC-Fans ist die Lage klar: Entweder die Mannschaft liefert eine emotionale Reaktion – oder die Saison rutscht endgültig in den Abstiegsstrud. Die nächsten Gegner nach Thun: YB, Basel, St. Gallen. Ein Punktgewinn im Stadion Lachen wäre deshalb mehr als nur ein Erfolgserlebnis; er wäre ein Seil, an dem sich der Club in den kommenden Wochen festhalten kann.

Die Uhr tickt. In 24 Stunden wissen wir, ob GC mit einer improvisierten Truppe den Klassenerhalt doch noch festnagelt – oder ob Thun die Meisterschaft endgültig zur Wintermeisterschaft macht. Eines ist sicher: Wer am Samstagabend im Berner Oberland eintrifft, der wird keinen Asp Jensen auf dem Platz sehen, sondern höchstens dessen verschwundene Sieben auf der Anzeigentafel. Und das ist für einen Klub, der einst Meister wurde, der bitterste aller Blicke.