Gimenez kehrt zurück – und der ac milan atmet auf
Viereinhalb Monate. 21 Spiele. Eine Operation am 18. Dezember, ein verpasstes Derby und ein Tunnel, der kein Ende zu nehmen schien. Jetzt ist Santiago Gimenez zurück auf dem Trainingsplatz in Milanello – und seine Teamkollegen haben ihn mit einem improvisierten Spalier empfangen, das mehr nach Schulhof-Ritual als nach Ehrengarde aussah. Aber die Umarmungen waren echt.
Der lange weg zurück nach bergamo
Es begann am 28. Oktober in Bergamo. Gimenez verließ das Spielfeld mit einem Knöchel, der ihn schon wochenlang quälte. Die Diagnose danach ließ keine Wahl: konservative Behandlung war keine Option – nicht mit einer ganzen Saison vor sich und einer Heim-WM im Rücken. Also Operation. Also Weihnachten im Krankenhaus. Also Geduld, die an den Nerven nagt.
In den letzten zwei Wochen vor seiner Rückkehr konnte der mexikanische Stürmer kaum stillhalten. Er erzählte Freunden von einem einzigen Wunsch: rechtzeitig für das Derby fit zu werden, vielleicht als Joker, vielleicht mit einem Tor im Finale. Eine Woche hat gefehlt. Nur eine. Das Derby ist ohne ihn gelaufen.

Was allegri jetzt von ihm braucht
Trainer Allegri wartet nicht aus Sentimentalität auf Gimenez. Er wartet, weil der Sturm des AC Milan in dieser Saison ein einziges Trümmerfeld ist. Leao kämpft mit Schambeinproblemen, Pulisic stolpert von Blessur zu Blessur, Nkunku findet keine Form – und Füllkrug hat in 336 Minuten genau ein Tor erzielt. Das bizarre Duo Fofana-Estupinan kann das System nicht dauerhaft tragen.
Gimenez weiß das alles. Die Leute in Milanello sagen, sein Ehrgeiz sei gerade fast schon obsessiv. Er will beweisen, dass seine Torquote kein Produkt schwacher Gegner war. Er will sich beim Klub revanchieren, der trotz der langen Verletzungspause an ihm festgehalten hat. Und er will zeigen, dass er auch auf dem höchsten Niveau trifft.

Im sommer wartet die wm – und eine entscheidung
Der Zeitdruck ist real. Mexiko richtet die Weltmeisterschaft gemeinsam mit den USA und Kanada aus – und Gimenez will dabei sein, nicht als Zuschauer, sondern als Stürmer in Form. Die letzten zwei Monate der Saison sind sein Bewerbungsgespräch, sowohl für die Nationalmannschaft als auch für seinen eigenen Verbleib in Mailand.
Denn eines steht fest: Im Sommer wird einer der beiden Stürmer den Klub verlassen. Entweder Gimenez oder Füllkrug. Der Mexikaner hat keine Absicht, derjenige zu sein, der die Koffer packt. Jetzt muss er das auf dem Platz belegen – und er hat genau acht Wochen Zeit dafür.
