Ederson zurück: atalantas turbo kommt zum topspiel gegen inter
Ein Monat war er weg, jetzt steht er wieder auf dem Platz: Ederson kehrt zur Atalanta zurück – und das genau zum Duell bei Inter. Der Brasilianer, seit Wochen von einem Muskelproblem lahmgelegt, wurde heute ins Aufgebot der Nerazzurri berufen. Ein Schlag ins Wasser für Trainer Rafael Palladino, der gegen die Tabellenführer eine echte Kampfmaschine im Zentrum braucht.
Sechs spiele pause, ein einsatz länger her
Die Chronologie ist schnell erzählt: Seit dem 13. März, dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Borussia Dortmund, fehlte der 24-Jährige. Seither absolvierte Atalanta fünf Serie-A-Partien sowie das Rückspiel ohne ihn – gewann trotzdem vier Mal, kassierte aber auch zwei Niederlagen. Die Bilanz: Die Bergamaschi liegen punktgleich mit Rom auf Platz fünf, der Anschluss an die Spitzengruppe ist aber nur bei einer kompletten Startelf zu haben. Edersons Comeback fällt deshalb auf den perfekten Termin.
Inter hat in dieser Saison nur zweimal verloren, beide Male, wenn Gegner das Mittelfeld früh störten. Genau dafür ist Ederson gebaut: Ballgewinn, Pressing, schnelles Umschalten. Seine 77 Prozent eroberte Bälle in der gegnerischen Hälfte sind Liga-Spitze – nur Rodri bei Manchester City liegt bei den Top-Five-Ligen höher. Zahlen, die Palladino schwärmen lassen: „Er ist unser Motor. Mit ihm gewinnen wir fünf Meter Spielfeld, ohne zusätzliche Laufwege.“

Juve wollte ihn, atalanta sagte nein – jetzt zahlt sich das aus
Hinter den Kulissen war Turin heiß auf Ederson. Juve-Direktor Cristiano Giuntoli hatte im Winter ein Angebot über 35 Millionen Euro auf den Tisch gelegt, Gian Piero Gasperini – damals noch Coach – lehnte ab. „Wir bauen hier etwas Langfristiges“, sagte er, „und Ederson ist Teil des Fundaments.“ Mittlerweile ist Palladino Chef, der Plan bleibt. Statt Geld einzustreichen, verläsrt sich der Klub auf die eigene Klasse.
Die Physiotherapeuten gaben heute grünes Licht. Ein letzter Sprinttest am Nachmittag bestätigte: keine Schmerzen, volle Power. Laut Klubangaben liegt seine Auslastungskurve bei 97 Prozent der Saisonbestmarke – ein Wert, der sonst erst nach zwei Wochen Eingewöhnung erreicht wird. Für Samstagabend in San Siro ist deshalb nicht nur mit einer Bankplatz, sondern mit einer Startelfrolle zu rechnen.
Inter-Coach Simone Inzaghi ahnte schon vor Wochen, dass Ederson zurückkommt. „Er ist der Typ Spieler, der eine komplette Partie entscheiden kann“, sagte er nach dem 3:0 in der Vorsaison. Nun bekommt er ihn vor der eigenen Fankurve serviert. Die Wette: Wer den Brasilianer stoppt, stoppt auch Atalantas Aufstieg. Die Wahrscheinlichkeit spricht für Inzaghi – aber die Emotionalität für Palladino. Der Countdown läuft.
