Freiburg fegt genk weg und träumt vom finale

Der Europa-Park-Stadion bebte, die schwarzrote Wand brüllte sich heiser – und Julian Schuster stand mit Tränen in den Augen da. Der SC Freiburg hat in einer 90-minütigen Raserei die KRC Genk mit 5:1 vom Platz gefegt und das Viertelfinal-Ticket gegen Celta Vigo gebucht. Die Breisgauer schrieben Geschichte, Vincenzo Grifo löste Nils Petersen als Rekordtorjäger ab, und ein 19-Jähriger namens Yuito Suzuki trat die Tür zum Halbfinale weit auf.

Genk erwischte freiburg kalt, doch die antwort kam im minutentakt

Smets’ Anschlusstreffer in der 39. Minute hätte die Kraichgauer aus dem Takt bringen können. Stattdessen schalteten sie nach der Pause einen Gang höher: Grifo stibitzte Smets’ Rückpass, Suzuki sprintete allein auf Lawal zu, Eggestein nagelte den Deckel drauf. Drei Tore innerhalb von 26 Minuten – das ist keine Taktik, das ist reine Raserei.

Die Zahl, die am Ende leuchtet: 106. So viele Pflichtspieltore hat Grifo nun für den SCF erzielt. Petersen stand nach dem Schlusspfiff unten auf dem Rasen, klatschte dem neuen Rekordhalter ab und verschwand mit einem verschmitzten Grinsen in den Katakomben. Wer dachte, der Club würde nach Petersens Abgang die Torchancen vermissen, wurde eines Besseren belehrt.

Atubolus parade war der zündfunken

Atubolus parade war der zündfunken

Noch in der 20. Minute hatte Noah Atubolu mit einer Fußspitze Bibouts Schuss zur Ecke geklärt. Hätte der junge Keeper den Ball berührt, stünde Freiburg mit dem Rücken zur Wand. Sekunden später schlug Ginter ein, Matanovic staubte ab – und das Stadion explodierte. Torhüter retten Spiele, Stürmer gewinnen sie, sagt man. An diesem Abend rettete Atubolu die Moral, die anderen erledigten den Rest.

Schuster sprach nach dem Abpfiff von „einem Gefühl im Laufe der Woche“. Was er meint: Die Mannschaft hatte sich im Trainingslager in Österreich neu erfunden. Eggestein kehrte zurück, Grifo nahm sich den Rekord vor, Ginter schaltete seine EM-Form ein. Wer glaubt, Freiburg sei nur ein Fünfjahresplan-Club, wurde hier eines Besseren belehrt: Diese Truppe will jetzt.

Am 10. April geht’s nach Vigo. Die Spanier haben Iago Aspas, einen Königstransfer im Winter und die Rückkehr auf europäische Bühne. Freiburg hat den Schwung, den Rekordtorjäger und ein Stadion, das seit fünf Heimspielen nicht mehr gerast hat. Die Rechnung ist einfach: Wer Genk so wegputzt, darf auch vom Finale träumen. Die Fans buchen schon Flüge nach Dublin – und der Club prüft, wie viele Karten er eigentlich beantragen darf.