Cairo schießt gegen medien: todesschmierereien und transfergerüchte entfachen wut

Turbanen-Ausbruch am Olimpico. Urbano Cairo steht nach dem 3:1 gegen Parma im Flutlicht, doch statt über Tore redet er über Morddrohungen an den Mauern von Masio – und darüber, dass Zeitungen seinen Club zerfleischen. „Diese Kinder sehen Hass statt Torjubel“, donnert er.

Bedrohungen statt ballkünste

Die Schmierereien in Masio, Heimatort seiner Eltern, waren in Säurefarbe gekratzt: „Cairo muori.“ Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung. Der Präsident, der seit 15 Jahren Millionen in den Torino FC gepumpt hat, klingt verletzt: „Wir reden über Fußball, nicht über Krieg. Wer so etwas sprayt, ist krank.“

Doch Cairo macht nicht nur die Sprayer verantwortlich. Sein zweiter Gegner: die Sportpresse. Er schleudert einen Vorwurf in die Nacht: „Eine Zeitung – ich nenne sie nicht – schreibt von Zapatas Ausstiegsklausel und davon, dass D’Aversa für Juric arbeitet. Das ist Gift, das in die Kabine tropft.“

D’aversa antwortet mit sieg statt streit

D’aversa antwortet mit sieg statt streit

Roberto D’Aversa lässt den Präsidenten wettern und konzentriert sich auf das Spielfeld. Nach dem Abpfiff lobt er die Geduld seiner Mannschaft: „Im ersten Drittel spielten wir mit Bremse, nach der Pause mit Biss.“ Vlasic nennt er „technisch unseren absoluten Führer“, Zapata und Adams hätten „die Mentalität umgeschaltet“. Die Botschaft: Statt interner Kriege lieber kollektive Siege.

Die Tabelle dankt: Mit 36 Punkten rückt Torino auf Platz neun heran, nur drei Zähler hinter Bolognas Conference-League-Rang. Die Saison ist gerettet, die Seelen sind noch offen.

Medienkrieg und zukunftsangst

Medienkrieg und zukunftsangst

Cairo kündigt an, den Club „früher oder später“ zu verkaufen. Dann kommt der Satz, der durchs Stadion hallt: „Wenn das Klima so bleibt, wird der neue Präsident das gleiche Drama erben.“ Damit meint er nicht nur die Spray-Drohungen, sondern auch die Transfer-Hysterie, die seine Spieler in Querelen stürzt.

Die Gewissheit: Wer auch immer künftig das Zepter übernimmt, erbt einen Club, der sportlich stabil ist, aber emotional am Limit. Die Frage ist nicht, ob Cairo geht, sondern ob der Nächste die Wände trocken lassen kann.