Gent-wevelgem 2026: van der poel und van aert liefern sich showdown ohne pedersen
Mads Pedersen fehlt – und das Feld lacht. Am 29. März jagt die Elite der Rad-Olymp über 240,8 Kilometer durch Flandern, und diesmal steht nicht der Däne im Rampenlicht, sondern der Duell-Traum der Saison: Mathieu van der Poel gegen Wout van Aert. Beide waren 2025 abwesend, beide kehren zurück, beide wollen den „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem“ erobern.
Warum diese strecke niemals langweilt
Seit 1934 rollt der Peloton durch Westflandern, nur unterbrochen von Krieg und Pandemien. Die Glocken der Kemmelberg-Ziegen haben schon Merckx, Boonen und Sagan verehrt. Nun warten neun Hügel, drei Plugstreet-Passagen und zwei unterschiedliche Kemmel-Attacken darauf, das Feld zu zerreißen. Wer nach dem letzten Gipfel noch 36 flache, windige Kilometer allein vorneweg fährt, der schreibt sich selbst Legenden – wie Pedersen 2025 mit 56 Solo-Kilometern.
Die erste 130-km-Flucht jagt über flaches Pflaster von Beauvoorde und Veurne; die nächsten 75 km explodieren in einer Kettenreaktion aus Betonplug und Steilwand. Dazwischen: Null Pardon. Die Zielgerade in Wevelgem liegt direkt hinter einer Brücke, die wie eine Falle wirkt – Wind von links, dann schnurgerade, dann nichts mehr außer Asphalt und Adrenalin.

Die karten liegen offen – und doch sind sie verdeckt
Van der Poel bringt Frühform von Strade Bianche, Van Aert trumpfte in E3 auf. Dahinter lauern Jasper Philipsen, Arnaud De Lie und Biniam Girmay – Sprinter mit Beinen für Hügel. Jonathan Milan und Brennan haben die pure Geschwindigkeit, aber keinen Kemmelberg im Rücken. Die Frage lautet nicht: Wer kann gewinnen? Sondern: Wer verzeiht sich selbst, wenn er es nicht versucht?
Der Zeitplan ist knallhart: Neutraler Start 11:00 Uhr, Ziel zwischen 16:15 und 17:00 Uhr. Eurosport 2 schaltet um 14:15 ein, HBO Max streamt ab 13:45 – und alle, die kein Ticket an der Strecke ergattert haben, können via „A tumba abierta by AMIX“ mitfluchen.
Die Organisatoren haben die Strecke nicht verändert, aber das Rennen ist trotzdem neu: Zwei Superstars, null Pedersen, 100 Prozent Flandern-Fieber. Wer in Wevelgem die Arme hebt, der darf sich drei Tage später in Ronse noch einmal inszenieren – und genau das macht Gent-Wevelgem zur perfekten Generalprobe vor dem Tour de Flandres.
