Gasly bekommt podestplatz zurück: fia korrigiert monaco-debakel!

Ein Erdbeben in der Formel 1: Pierre Gasly darf sich nach fast einer Woche endlich über den dritten Platz beim Großen Preis von Monaco freuen. Die FIA hat einen Fehler bei der Messung der Geschwindigkeit in der Boxengasse eingeräumt und die ursprüngliche Strafe für den Alpine-Piloten aufgehoben. Doch die Entscheidung wirft lange Schatten und betrifft auch andere Fahrer.

Technischer fehler verzerrte die ergebnisse

Die Ursache des Chaos liegt in einer veränderten Streckenführung im Bereich der Boxeneinfahrt. Für 2026 war eine deutlich engere Fahrlinie möglich, während das Timing-System auf eine Distanz von 2692 cm kalibriert war. Tatsächlich betrug die minimale Distanz jedoch nur 2615 cm – ein Unterschied von 77 Zentimetern, der die Geschwindigkeitsmessungen massiv verfälschte. Gasly wurde fälschlicherweise mit über 60 km/h gemessen, obwohl er sich deutlich innerhalb der zulässigen Grenze bewegte.

Alpine nutzte das Recht auf Wiederprüfung und erwies sich damit als im Recht. Die FIA bestätigte den Fehler und kehrte Gasly das Podium zurück.

Bittere pille für hamilton, russell und co.

Bittere pille für hamilton, russell und co.

Während Gasly jubelt, müssen andere Fahrer die Entscheidung der FIA mit Sorge zur Kenntnis nehmen. Lewis Hamilton (Ferrari), George Russell (Mercedes), Franco Colapinto (Alpine) und Oscar Piastri (McLaren) wurden ebenfalls für Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Boxengasse bestraft. Das Unglück dabei: Diese Strafen wurden bereits während der Boxenstopps in Rennen abgebußt – die Strategien und Platzierungen der betroffenen Piloten wurden dadurch nachhaltig beeinflusst. Die FIA räumte ein, dass es kein Verfahren gibt, um bereits verhängte Strafen nachträglich aufzuheben.

„Es gibt keine Regelung, die den Stewards die Befugnis gibt, eine bereits vollstreckte Strafe ‚aufzuheben‘“, so die offizielle Erklärung. Da zudem kein anderes Team als Alpine innerhalb der Frist eine Wiederprüfung beantragt hat, sind die Strafen für Hamilton, Russell, Colapinto und Piastri rechtskräftig.

Colapinto rettet gasly – indirekt!

Colapinto rettet gasly – indirekt!

Ein interessanter Nebeneffekt des Falls Colapinto: Der junge Alpine-Pilot profitierte ebenfalls nicht von der FIA-Entscheidung, da seine Strafe bereits in Rennen ausgeführt worden war. Doch gerade die Verwarnung an Colapinto diente als Warnsignal für Gaslys Team. Als Alpine sah, dass Colapinto für eine minimale Überschreitung (60,1 km/h) bestraft wurde, instruierte das Team Gasly per Funk, vorsichtig in die Box einzufahren. Gasly befolgte die Anweisung, wurde aber aufgrund des fehlerhaften Systems erneut für eine Überschreitung (60,1 und 60,4 km/h) gemeldet. Da die Strafen erst nach dem Rennen angewendet wurden, konnten sie problemlos gestrichen werden.

Die Entscheidung der FIA wirft ein schlechtes Licht auf die Zuverlässigkeit der Messsysteme und verdeutlicht, wie klein die Grenzen zwischen Sieg und Niederlage in der Formel 1 sein können.