Fürth kassiert späte k.o.-tore und droht wieder den abstieg
Die SpVgg Greuther Fürth hat sich in Karlsruhe selbst aus dem eigenen Sechzehner geschossen. Nach einem blitzsauberen Start und früher Führung bröckelte die Vogel-Elf in der Schlussphase und kassierte drei Gegentore – das 1:3 im Wildpark bedeutet Platz 14, nur zwei Punkte über dem Strich.

Ein doppelschlag in der nachspielzeit zerstört jede rechnung
Die Zahlen sind hart: In den letzten zehn Minuten hat Fürth in dieser Saison bereits sieben Gegentore bekommen – kein Zweitligist ist in dieser Phase schwächer. Als Shio Fukuda in der 91. Minute einköpfte, war die Moral weg. 120 Sekunden später schlug Fabian Schleusener den Konter erneut ein. Die Fürther Bank verharrte in Stille, Trainer Heiko Vogel stemmte die Hände in die Hüften – er wusste: Das war die kalte Dusche, die man in diesem Abstiegskampf nicht braucht.
Dabei lief es zunächst perfekt. Bereits nach fünf Minuten nutzte Noel Futkeu die erste Unachtsamkeit der Karlsruher, nachdem Keeper Bernat einen Srbeny-Schuss nur abprallen ließ. Fürth dominierte die erste halbe Stunde, ließ den Ball laufen, zwang den KSC in Rückwärtsgang. Doch die Verletzung von Lilian Egloff – der Mittelfeldspieler verließ unter Tränen – riss ein erstes Loch ins System. Philipp Förster brachte neue Impulse, aber auch neue Unsicherheit.
Nach der Pause kam der Gleichstand wie aus heiterem Himmel. Rafael Pinto Pedrosa stand völlig blank, weil links kein Fürther mehr antastete – 1:1. Die Partie verflachte, wurde ruppiger, beide Teams schalteten lauter: 29 Fouls insgesamt, fünf Gelbe Karten, ein Pfostenschlag von Marvin Wanitzek. Wer dachte, das Unentschieden würde reichen, lernte spät, dass der KSC in der Verlängerung noch zulegen kann.
Fürth droft nun der Blick nach unten. Mit 27 Punkten sind die Franken nur zwei Zähler vor dem Relegationsplatz, die restlichen Gegner: Hannover, Paderborn, Düsseldorf – alles Teams, die oben mitmischen. Die Tordifferenz von minus elf ist die schlechteste der Abstiegszone. Die Kalenderwoche 30 wird entscheiden, ob das Kleeblatt den vierten Abstieg in neun Jahren verhindert oder erneut den Weg in die 3. Liga antritt.
