Fürth ii taumelt in der regionalliga: hilbert schreitet selbstkritik
SpVgg Greuther Fürth II ist am Abgrund angekommen. Die U-23 schlittert mit nur drei Siegen aus 14 Spielen auf Rang 16, Trainer Roberto Hilbert spricht von „super ärgerlich und bitter“ – und macht sich selbst stark.
Aubstadt-debakel in der 93. minute
Das 0:1 in Aubstadt schmerzt doppelt. Bis ins Nachspielzeit duftete es nach dem Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz, ehe Nico Schmidt unbedrängt einköpfte. Wieder ein spätes Gegentor, wieder eine Nullnummer. Die Statistik ist brutal: fünf Spiele ohne Sieg, sechs Punkte verschenkt in den letzten Minuten gegen Hankofen, Ansbach und Vilzing.
Hilbert, 41, ehemaliger Nationalspieler, zerpflückt sich und sein Team. „Wir analysieren intensiv, erkennen immer wiederkehrende individuelle Fehler.“ Er hinterfragt seine Wechsel, sein In-Game-Coaching, seine Taktik. „Glück kann man sich erarbeiten“, sagt er – und meint damit sich selbst.

Bayern ii als feuerprobe
Bereits am Samstag steht mit dem FC Bayern München II das nächste Schwergewicht an. Das Hinspiel endete 1:1, Fürth hatte sogar das Chancenplus. „Wir waren auf Augenhöhe“, erinnert sich Hilbert. Doch der Blick richtet sich nicht auf Schönheit, sondern auf reine Punkte. „Jetzt geht’s um Ergebnisse. Wir reduzieren Komplexität, spielen einfacher.“
Die Tordifferenz gibt ihm recht. Trotz elf Niederlagen kassierte Fürth II nur vier Tore mehr als es selbst erzielte. Keine Klatsche, nur Niederlagen mit einem Tor Unterschied. Das spricht für eine stabile Defensive, aber auch für eine Anfälligkeit in den entscheidenden Sekunden.

Retten will er sich mit nachwuchs, den er selbst zur elite schult
Fünf Akteure – Raul Marita, David Abrangao, Silas Prüfrock, Marlon Fries, Mehmet Avlayici – feierten in dieser Saison ihr Profidebüt. Normalerweise ist das Hilberts Mission, doch der Klassenerhalt verdrängt die Entwicklung. „Wir haben es in der eigenen Hand“, sagt er. Augsburg II, Bayreuth, Ansbach – alles Direktduelle. „Wir treten solange gegen die Wand, bis sie einbricht.“
Ein Punkt fehlt zum rettenden Ufer. Die Relegation will er vermeiden. Die Frühlingssonne scheint, das Kleeblatt aber steckt noch in tiefer Schneewirtschaft. Ob es reicht, entscheidet sich in den nächsten Wochen – und an der Stimme von Roberto Hilbert, die momentan lauter ist als jedes Peep aus dem Ronhof.
