Fürth dreht den abstiegskampf auf: spieler wählten system, vogel lacht
Die SpVgg Greuther Fürth schreibt im Abstiegskampf ihr eigenes Drehbuch: Erst die Mannschaft bestimmt die Taktik, dann der Torhüter hält den Elfmeter – und drei Tage später darf jeder ausschlafen.
Heiko Vogel strahlte nach dem 2:1 in Hannover wie ein Lotto-Gewinner. Sieben Punkte aus drei Spielen, Tabellenplatz 15, und das Kleeblatt plötzlich mit Relegations-Ambitionen. „Die zweite Hälfte war grenzwertig für mein Herz“, sagte der Trainer, aber die erste? „So habe ich es in meiner Karriere noch nie gesehen.“
Viererkette statt dreierkette – weil die profis es wollten
Vogel ließ die Spieler wählen. Statt der zuletzt gespielten Dreierkette verlangten sie eine Viererkette – und lieferten eine erste Halbzeit ab, die laut Vogel „perfekt“ war. Die Mannschaft fühlte sich wohl, presste Hannover in die eigere Hälfte, Jannik Dehm nagelte den Ball zum 2:0 in den Winkel. Dann kam der Seitenwechsel.
Silas Prüfrock, bis dahin unbeschadet, schenkte den 96ern den Anschlusstreffer. Erst spielte er einen Abstoß zu kurz, dann ließ er die kurze Ecke offen wie eine Autobahn-Raststätte nachts. „Prüfi hat einen kleinen Rüffel bekommen“, sagte Vogel trocken. Doch der 23-Jährige kassierte den Spitznamen „Elfmeter-Killer“: Er parierte den Strafstoß von Enzo Leopold – sieben von sieben in dieser Woche. „Fun Fact“, nannte er es selbst, aber in Fürth nennen sie es einfach „Retter“.

Tordifferenz -19: der einzige wermutstropfen
Die Tabelle lügt nicht, aber sie lacht. Fürth springt auf den Relegationsrang, nur die Tordifferenz verhindert Platz 13. „Das ist unser nächstes Projekt“, sagt Vogel, der seinen Spielern Montag frei gab. Am Freitag kommt SV Elversberg – eine weitere Endspiel-Atmosphäre. Die Mannschaft weiß: Wer den Matchplan schreibt, muss ihn auch durchziehen.
