Füchse-trophäe taucht im eigenen keller auf – diebe hatten meisterschale nur versteckt
Die Meisterschale der Füchse Berlin war nie verschwunden – sie lag vier Monate lang zwei Stockwerke tiefer. Am Montag fanden Mitarbeiter die verschwundene Trophäe der Handball-Bundesliga-Saison 2024/25 im Kellerverlies der Geschäftsstelle, verpackt in einer schwarzen Mülltüte zwischen alten Banden und defekten Zeitmessgeräten.
Hanning spricht von „strategischem versteck“ der einbrecher
„Die Täter wollten offenbar zurückkommen, wenn die Hitze abgekühlt ist“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning beim improvisierten Fototermin in der Arena am Reichstagsufer. Die Schale sei unversehrt, lediglich der Holzsockel trage neue Kratzer. Die Polizei bestätigte, dass die beiden festgenommenen Verdächtigen die Beute offenbar nicht sofort abtransportieren konnten und sich eines klassischen „safe-keeping“-Tricks bedienten.
Für die Ermittler ist der Fund ein Eigentor: Sie hatten die Räuber seit Januar auf der Grundlage von DNA-Spuren an der Schaukastenscheibe überführt, mussten aber zugeben, dass ihnen das Objekt der Begierde fehlte. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der Vorwurf des schweren Diebstahls auf einen einfachen Sachbeschädigungsprozess schrumpft.

Neue sicherheitslage – und ein historischer erst-meister, der endlich feiern darf
Die Füchse hatten im Sommer 2025 erstmals die deutsche Krone geholt – und mussten die silberne Schale sofort abliefern, weil sie für die Meistergala nur ein Leihmodell erhielten. „Jetzt können wir endlich unseren eigenen Stern auf die Platine gravieren“, sagt Kapitän Hans Lindberg, der den Fund mit einer spontanen Grillparty im Clubheim quittierte. Die Trophäe wird am Freitag im letzten Heimspiel gegen HBW Balingen ausgestellt – mit zusätzlichem Plexiglaspanzer und einem Bewegungsmelder, der selbst Kellerflöhe alarmiert.
Die Liga atmet auf. Ohne das Original wäre die Zeremonie zur Eröffnung der Play-offs ein Schattenspiel gewesen. Stattdessen zieht Berlin als Titelverteidiger mit einer echten Schale und einer Geschichte ins Halbfinale ein, die sich selbst die Skriptschreiber von „How to get away with murder“ nicht ausgedacht hätten. Die Moral von der Geschicht: Manchmal gewinnt nicht nur der Stärkere, sondern auch der, der am längsten im Keller sucht.
