Füchse berlin spielen nur noch für die show – und das ist ein luxusproblem
Kein Druck, keine Punkte, keine Panik. Die Füchse Berlin empfangen HBC Nantes zum letzten Gruppenspiel der Champions League – und können endlich einmal Handball spielen, ohne dass ein Ergebnis über ihre Zukunft entscheidet. Die K.o.-Runde ist längst gebucht, der Gruppensieg sicher. Für Trainer Nicolej Krickau ist das kein Freundschaftsspiel, sondern ein Testlabor.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 14 Spiele, 12 Siege, 0 Sorgen. Nach dem 35:31 in Aalborg vor einer Woche war die Mission erfüllt. „Wir waren technisch sehr, sehr stark. Das war der Schlüssel“, sagte Krickau. Was klingt wie Standard-Klischee, war in diesem Fall einfach nur wahr. Die Füchse hatten in Dänemark nicht nur gewonnen, sondern demonstriert, wie wenig sie sich von der Belastung anmerken lassen.
Endlich pause – und das ist selten genug
Der Nebeneffekt: Berlin hatte am Wochenende spielfrei. Kein Pokalduell, kein Nachholtermin, kein Gehetze. Geschäftsführer Bob Hanning nutzte die Atempause, um das zu sagen, was sonst untergeht: „Es ist mal Zeit, auch ein bisschen was als Mannschaft zu tun, was wir bisher ja gar nicht hatten.“ Gemeint ist: Trainingsinhalte einstudieren, Automatismen verfeinern, sich selbst hinterfragen. Luxus in der Hochglanzphase.
Die Partie gegen Nantes ist deshalb kein Schaulaufen. Es ist ein Feinschliff. Kräfte schonen, Rotation wagen, junge Spieler testen – und trotzdem nicht nachlassen. Denn wer hier eine Bruchstelle zeigt, dem wird in den Viertelfinals der Kopf abgerissen. Die Konkurrenz schaut mit. Die Franzosen haben ihren eigenen Stolz. Sie sind Fünfter, mit Außenseiterchance aufs Achtelfinale. Und sie erinnern sich gern an den 1. Spieltag – nicht an das 26:40, sondern an die eigene Enttäuschung.

Tv-check: wo läuft das spiel?
Wer reinschaltet, muss zahlen. Dyn und DAZN teilen sich die Übertragung, Anstoß 20.45 Uhr. Dyn beginnt zehn Minuten früher, DAZN punktlich mit dem Pfiff. Die Frage ist nicht, wer gewinnt. Die Frage ist, wer sich empfehlt. Und ob Nantes endlich die 40-Tore-Klatsche vergessen macht.
Berlin kann also gewinnen, ohne dass es zählt. Aber verlieren will hier niemand. Das wäre ein Stimmungskiller vor dem Viertelfinale – und ein Geschenk an die Konkurrenz. Die Füchse haben sich den Luxus erarbeitet, sich selbst zu messen. Jetzt heißt es: zeigen, warum sie Gruppenerster sind. Ohne Druck. Mit Anspruch.
