Fsv schöningen: aufstiegskandidat mit herz und kampfgeist!
Schöningen – Die FSV Schöningen hat im Abstiegskampf der Regionalliga Nord ein Achtungserfolg nach dem anderen gefeiert. Nach einem turbulenten Doppelspieltag an Ostern steht die Mannschaft von Trainer Christian Benbennek nun deutlich besser da als noch vor wenigen Tagen. Doch der Jubel ist getrübt: Ein rassistischer Vorfall überschattete den Sieg gegen Hannover II.
Lob vom gegner: „wie ein gestandener regionalligist“
Die Anerkennung kam von unerwarteter Seite. Karsten Kräcker, Präsident der FSV Schöningen, berichtete von einem Gespräch mit dem Sportlichen Leiter von Hannover 96: „Er sagte, das war von euch wie ein gestandener Regionalligist. Ihr habt das echt super gemacht, kaum was zugelassen und dann eiskalt gekontert.“ Eine höhere Auszeichnung für einen Aufsteiger kann man sich kaum wünschen – insbesondere angesichts der Erfahrung, die Achim Sarstedt, der Mann hinter dem Lob, mitbringt: 16 Jahre als Co-Trainer beim SC Freiburg, sechs Jahre in der Nachwuchsabteilung des VfL Wolfsburg und aktuell Sportchef der U23 von Hannover 96. Es zeigt, dass die Schöninger nicht nur kämpfen, sondern auch taktisch überzeugt.
Der Doppelspieltag an Ostern war eine echte Zerreißprobe. Das Spiel gegen den Tabellenführer SV Meppen ging zwar knapp mit 0:1 verloren, doch Kräcker betonte: „Fußball ist kein Eiskunstlauf, da gibt es keine Haltungsnoten. Aber trotzdem haben die Jungs das richtig gut gemacht. Meppen ist nun mal das Schwergewicht der Liga.“ Die Atmosphäre im Elm-Stadion war jedenfalls beeindruckend – über 1500 Zuschauer sorgten für eine Rekordkulisse, die Schöningen so selten zu erleben gewohnt ist.
Ein bitterer Nachgeschmack: Rassismus im Stadion Während des Spiels gegen Hannover kam es zu einem Vorfall, der die Freude über den Sieg trübte. Ein Zuschauer beleidigte den Hannoverschen Spieler Montell Ndikom mit rassistischen Äußerungen. Die FSV Schöningen distanzierte sich umgehend und ließ eine entsprechende Durchsage im Stadion machen. Ein Zeichen, dass der Verein kein Heim für Diskriminierung spielen will. Die Reaktion der Spieler und Zuschauer mit Applaus unterstreicht diese Haltung.

Konzentration und engagement gefragt: die nächsten spiele entscheiden
Trotz des komfortablen Vorsprungs in der Tabelle warnt Kräcker vor Selbstgefälligkeit: „Wir dürfen jetzt bloß nicht den Fehler machen, zu sagen, ja, sieht ja gut aus.“ Die kommenden drei Spiele gegen Altona, Lohne und Norderstedt sind entscheidend im Kampf um den Klassenerhalt. Trainer Benbennek sieht die Herausforderung klar: „Das sind drei extrem wichtige Spiele, wenn du die ziehst für dich oder nicht verlierst, dann hast du eine Top-Ausgangssituation.“
Die Belastung ist hoch, die Mannschaft ist vergreist. „Wir haben zwar Profi-Erfahrung in unseren Reihen, aber unter den Bedingungen, die wir haben, sind wir keine Profi-Mannschaft“, so Benbennek. Trotzdem blickt der Trainer positiv in die Zukunft: „Ich will eine hungrigere Mannschaft. Wir haben ein Ziel, wir wollen die Klasse halten.“ Die FSV Schöningen hat bewiesen, dass sie den Ansprüchen der Regionalliga gewachsen ist. Der nächste Schritt ist der Verbleib in dieser Liga, und das mit Stil und Kampfgeist.
