Frosinone schockt bozen und schießt an monza vorbei – sampdoria antwortet mit hasa-show
Die 32. Spieltag der Serie B liefert das, was Fans lieben: eine Tabellenrevolution. Frosinone gewinnt in Bozen und rast auf Platz zwei – dicht gefolgt von einer Sampdoria, die endlich wieder mit Tempo und Toren auftrumpft.
Der auswärtssieg, der alles verändert
In der kalten Südtiroler Provinz war es die 78. Minute, als Camillo Ciano den Ball aus 22 Metern in den Winkel hämmerte. Die 1.200 mitgereisten Ciociari-Fans explodierten, denn mit dem 2:0 war nicht nur die Serie von neun sieglosen Auswärtsspielen gerissen – Monza musste zum ersten Mal seit Wochen die eigene Tabellenposition teilen. Trainer Fabio Grosso blieb nach Abpfiff lange auf dem Rasen stehen, als wollte er den Moment einbrennen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Frosinone hat nach der Winterpause 14 von 18 möglichen Punkten geholt, kassierte nur zwei Gegentore und stellt nun die beste Defensive der Liga. Der Aufstiegsrang ist kein Zufall mehr, sondern die logische Folge eines Squadra, das endlich wieder wie eine Einheit wirkt.

Cole und die rebellion von cesena
Während oben die Spitzenplatze rucken, sorgt Cesena für das beste Kino im unteren Tabellendrittel. Unter Paul Cole, der vor drei Wochen den Job übernahm, holten die Romagnolen sieben Punkte aus drei Spielen – zuletzt ein 3:1 gegen Cittadella, bei dem der 19-jährige Flügelflitzer Matteo Di Gennaro zwei Assists lieferte. Die Tifosi skandieren bereits „Cole-o, Cole-o“, ein Spitzname, der mehr Respekt als Ironik trägt.
Doch nicht überall herrscht Jubel. Padova trennte sich nach der 0:3-Pleite bei Bari von Trainer Andrea Andreoletti – es ist der vierte Coach, den der Klub in dieser Saison entlässt. Spezia zog bei Donadoni den Stecker, nachdem dessen Punkteschnitt bei 0,85 lag, der schlechteste Wert seit der Rückkehr in die zweite Liga. Die Entlassungen wirken wie Beweise dafür, dass Panik nun offizieller Teil der Taktik geworden ist.

Hasa zeigt, warum genaueres im namen steckt
Die wahre Show lieferte jedoch Pietro Scognamiglio. Der 21-jährige Mittelfeldregisseur, den selbst seine Eltern noch „Hasa“ rufen, leitete innerhalb von 22 Minuten alle drei Treffer der Sampdoria gegen Perugia ein. Ein verwandelter Elfmeter, eine 60-Meter-Steilpass-Vorlage und ein Lupfer aus der Drehung – das YouTube-Video kletterte innerhalb von Stunden auf 300.000 Klicks. Die Blucerchiati sind seit fünf Spielen ungeschlagen und springen auf Platz fünf. Sportdirektor Matteo Tolve grinste nach dem Schlusspfiff: „Wir haben ihn aus Catania für 250.000 Euro geholt. Heute wäre er das fache Wert.“
Die Tabelle brennt. Zwischen Platz zwei und sieben liegen nur vier Punkte. Mit neun Spieltagen bis Saisonende droht keinem der Aufstiegskandidaten noch Ruhe. Die nächste Woche bringt das direkte Duell Frosinone gegen Monza – ein Sechs-Punkte-Spiel, das schon jetzt als das heißeste Italien zweiter Klasse gilt. Tickets sind restlos ausverkauft, auf dem Schwarzmarkt werden Karten für 400 Euro gehandelt. Die Provinz Latina wird zur Hochburg des Calcio – und Klaus Schäfer wird vor Ort sein, um zu sehen, ob Frosinone die Power mitbringt oder Monza die Revanche schafft.
