Fribourg-gotteron: der weg zum ersten meistertitel ist frei!
Ein erstaunlicher Triumph der Konstanz und des Glaubens katapultierte den HC Fribourg-Gotteron in den Playoff-Final – ein Moment, der die Fans in Ekstase versetzt und die Frage aufwirft: Können die Drachen endlich die lange ersehnte Meisterschaft ergreifen?
Die vielseitigkeit als schlüssel zum erfolg
Während andere Teams auf einzelne Stars setzen, liegt die Stärke des HCFG in seiner beeindruckenden Vielseitigkeit. Trainer Roger Rönnberg, der mit seiner Expertise bereits die Champions Hockey League mehrfach gewann, hat diese Stärke weiter ausgebaut und eine Mannschaft geformt, die in der Lage ist, Widrigkeiten zu überwinden und stets neue Lösungen zu finden.
Der Saisonstart war alles andere als rosig. Eine deutliche 0:6-Niederlage gegen die SCL Tigers im Oktober ließ Rönnberg kurzzeitig an seinen Fähigkeiten zweifeln. Doch die Mannschaft, beflügelt durch den Spengler Cup, fand zurück in die Spur und entfachte eine neue Euphorie in der Stadt.

Eine arena in flammen: die fans befeuern die drachen
Die BCF-Arena ist seit dem 7. März 2023 ein brodelnder Hexenkessel. 98-mal war die Halle ausverkauft, und die Fans stehen ihrem Team bedingungslos zur Seite. Die Hoffnung auf ein 100. ausverkauftes Heimspiel – verbunden mit dem Gewinn der Meisterschaft – lässt die Herzen der Anhänger höherschlagen.

Julien sprungers abschiedstour: eine legende verabschiedet sich
Die Dramaturgie des aktuellen Laufs wird durch die Geschichte von Julien Sprunger noch verstärkt. Der 40-Jährige, eine Ikone des Vereins, steht kurz vor dem Abschied und hat in den Playoffs bereits mehrfach seine unermüdliche Einsatzbereitschaft bewiesen. Sein entscheidender Screen beim Siegtreffer in der Verlängerung gegen Rapperswil-Jona Lakers ist nur ein Beispiel für seinen unschätzbaren Wert für die Mannschaft.
Auch Reto Berra, der nach der Saison zum EHC Kloten wechseln wird, hat sich zu einem entscheidenden Faktor entwickelt. Seine herausragenden Leistungen im Tor, insbesondere im Halbfinale, gaben dem Team zusätzlichen Rückhalt. 96 Prozent der Schüsse in Spiel 3, 91,7 Prozent in Spiel 4 und 5 – Berra war schlichtweg unaufhaltsam.

Tiefe und breite im kader: die schweizer dominieren
Die verletzungsbedingten Ausfälle von Sandro Schmid und Andrea Glauser hätten jede andere Mannschaft in die Knie gezwungen. Doch beim HCFG sprang ein anderer Spieler in die Bresche. Die Mannschaft verfügt über eine beeindruckende Tiefe und Breite im Kader, wobei 16 Schweizer Feldspieler in den Playoffs eingesetzt wurden und 26 der insgesamt 42 erzielten Tore von ihnen stammen. Im Gegensatz zum HC Davos, der auf ausländische Spieler angewiesen ist, setzt der HCFG auf seine Schweizer Talente und ihre unbändige Leidenschaft.

Die b-linie erwacht zum leben: bertschy und borgström in topform
Christoph Bertschy, der in den Viertelfinals noch unter seinen Möglichkeiten blieb, hat sich in den Halbfinals als überragende Figur bewiesen. Mit sechs Toren und zwei Assists könnte er durchaus der MVP der Playoffs werden. Auch Henrik Borgström, der in den letzten Monaten immer mehr Selbstvertrauen gewonnen hat, trägt seinen Teil zum Erfolg bei.
Attilio Biasca, der nach einer Verletzung zurückgekehrt ist, bringt frischen Wind in die Mannschaft und sorgt für neue Impulse. Die jungen Spieler werden von erfahrenen Routiniers wie Jeremi Gerber und Samuel Walser unterstützt, die mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Rückkehr von Marcus Sörensen, der nach einer Knieverletzung wieder einsatzfähig ist, beflügelt nicht nur die Mannschaft, sondern auch Lucas Wallmark. Das Duo ist auf dem Eis fast unzertrennlich und sorgt für spektakuläre Kombinationen.
Auch wenn das Halbfinale gegen Genf nicht immer überzeugte und die Special Teams noch Verbesserungspotenzial besitzen, ist der HCFG bereit für die finale Schlacht gegen Davos. Die Drachen haben bewiesen, dass sie zu einem ganz besonderen Team geworden sind – ein Team, das mit Leidenschaft, Teamgeist und einer gehörigen Portion Glück den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte holen kann.
