Freiburg kassiert späten k.o. gegen union – europapokal-traum rutscht weg
Ein Schlag in die Magengrube. Der SC Freiburg verliert durch ein spätes Tor von Woo-Yeong Jeong mit 0:1 gegen Union Berlin – und plötzlich ist die Heimserie Geschichte, der Traum vom internationalen Wettbewerb wackelt. Die Enttäuschung ist riesig.
Igor Matanovic spricht mit harter Stimme: „Es fehlen mir die Worte.“ Die Wut sitzt tief. Nicht nur, weil die Heimserie nach elf ungeschlagenen Spielen reißt, sondern weil Freiburg gegen eine tief stehende Union-Abwehr kaum eine Lücke findet. „Wir müssen die Mannschaft einfach killen“, sagt Matanovic – so sehr wünscht er sich mehr Aggressivität im Spiel nach vorne.
Jeong trifft gegen seinen ex-klub
Das bittere Ende kommt in der Nachspielzeit. Woo-Yeong Jeong, früher selbst für Freiburg auf dem Platz, trifft aus kurzer Distanz. Ein Schock für das Schwarzwald-Stadion. Julian Schuster, der Trainer, schüttelt nur den Kopf: „Das fühlt sich scheiße an.“ Er weiß: Diese Niederlage tut weit mehr weh als nur drei Punkte.
Freiburg bleibt im Spiel nach vorn harmlos. Die Bälle prallen an der Union-Mauer ab. Was bleibt, sind halbe Chancen und viel Frust. „Es war immer ein Bein dazwischen“, sagt Schuster – ein Bild für das ganze Spiel. Union spielt die Rolle des geduldigen Jägers, Freiburg wirkt ideenlos.

Schiedsrichter-entscheidung sorgt für diskussion
In der sechsten Minute der Nachspielzeit hätte es vielleicht noch den Ausgleich geben können. Bruno Ogbus geht im Strafraum zu Boden, nachdem Keeper Matheo Raab mit der Faust dazwischen grätscht. Schuster ist sicher: „Das ist ein Foul, klar.“ Doch Schiedsrichter Sven Jablonski pfeift nicht. Auch der Video-Assistent schreitet nicht ein. Für Freiburg ein weiterer Schlag.
Die Tabelle lügt nicht: Mit nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen rutscht Freiburg auf Platz acht ab. Der Vorsprung auf die Europa-League-Ränge schmilzt. „Natürlich ist das bitter“, sagt Matanovic. Die Saison ist noch nicht verloren, aber der Druck steigt.

Genk-spiel wird zur zerreißprobe
Bereits am Donnerstag steht das nächste Highlight an: Das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League gegen KRC Genk. Nach der 0:1-Auswärtsniederlage braucht Freiburg einen 2:0-Sieg oder mehr. „Volle Kanne gegen Genk“, sagt Matanovic. Die Energie muss nun nach Europa fließen, wo die letzte Chance auf ein internationales Finale lauert.
Die Stimmung im Team ist angeknackst, aber nicht gebrochen. „Wenn wir jetzt nicht motiviert sind, sind wir fehl am Platz“, sagt Vincenzo Grifo. Die Worte klingen wie ein Schwur. Die Saison ist nicht gerettet, aber sie ist auch nicht verloren. Der nächste Schlag muss sitzen – sonst wird es eng.
