Vingegaard zerstört parís-niza und schickt eine warnung nach italien
Ein einziger Blick auf die Uhr reichte. 4:23 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten, 6:07 auf den Dritten – und klar war: Jonas Vingegaard hat París-Niza nicht einfach gewonnen, er hat sie deklassiert.
Der Däne feierte am Sonntag in Nizza seine erste Saal-Eroberung, holte zwei Etappensiege, das Bergtrikot, das Punkte-Trikot und ließ selbst auf der letzten Etappe dem 22-jährigen Lenny Martinez nur den Prestigesieg, nicht aber das Gelbe. „Fast perfekt“, sagte er selbst und lächelte, als hätte er gerade eine Vorlage für den Giro gegeben.
Die zahlen, die allen gegnern kalte füße machen
Seit 2023 hat der Visma-Kapitän alle bedeutenden Wochenrennen gewonnen – Tirreno, Delfinato, Baskenland, Polen, Algarve. París-Niza fehlte noch auf der Liste. Jetzt ist die Sammlung komplett. Und sie wirkt wie eine Kampfansage an die Konkurrenz, die im Mai in Bulgarien auf ihn wartet.
Denn Vingegaard plant den Giro-Einzug. Mit einem Sieg dort würde er als achter Fahrer in die Geschichte eingehen, der die Triple Crown aus Tour, Vuelta und Giro trägt. Schon jetzt hat er zwei Tour-Siege und die Vuelta 2025 in der Tasche. Pogacar fehlt noch die Spanien-Rundfahrt – ein Vorsprung, den der Däne nicht verschwenden will.
Visma-Lease a Bike dominiert das Rennen zum dritten Mal in Folge. Nach Matteo Jorgensons Doppelsieg 2024 und 2025 folgt nun Vingegaards Solo. Das Team kann Frühjahr. Die Gegner müssen Fragen beantworten.

Was das für den giro bedeutet
Am 8. Mai startet der Giro in Sofia. Vingegaard wird dort sein, mit Höhenlagencamp im Gepäck und dem Selbstvertrauen eines Mannes, der weiß, dass er selbst schlechtes Wetter in Minuten abhängt. Seine Rivalen? Giulio Pellizzari, heute noch Dritter der Tirreno, Joao Almeida, der Portugiese mit der Dauermotor-Technik. Doch die Liste liest sich längst wie ein Verzeichnis derer, die hinterherfahren.
Die Form sei „sehr gut, aber steigerungsfähig“, sagt er. Eine Drohung im Tonfall eines Lehrers, der gerade die Hausaufgaben kontrolliert hat. Wer ihn beim Giro vor sich haben will, muss jetzt beginnen, Zahlen zu schinden. Die Uhr tickt. Und Vingegaard schon wieder.
