Fortuna-legenden fordern tribüne für koch: jetzt liegt der ball bei düsseldorf

Die Nachricht vom Krebstod von Georg Koch sitzt noch tief in den Knochen. Am 4. März verstummte der Ex-Bundesliga-Keeper für immer. Jetzt, 14 Tage später, schlagen seine früheren Mitspieler zurück – mit einem Brief, der die Geschäftsführung der Fortuna zittern lassen könnte.

Vlatko Glavas, 63, ehemaliger Düsseldorfer Verteidiger und Teil des legendären Aufstiegs-Trios von 1993 bis 1995, kündigt im Namen der 90er-Helden ein offizielles Schreiben an. „Wir wollen wissen, ob das Stadion künftig eine Georg-Koch-Tribüne beherbergen kann oder ob wir seinen Namen wenigstens einem VIP-Bereich widmen dürfen“, sagt Glavas der Rheinischen Post. Die Initiative stößt auf breite Zustimmung: Pierre Esser, Darko Drazic, Sven Backhaus, Karl Werner – sie alle unterschreiben den Vorstoß.

213 Bundesliga-spiele, ein herz, null lügen

Koch war kein Quoten-Torwart. Er war der Typ, der sich nach einem Patzer selbst in die Kabine schimpfte und fünf Minuten später im Strafraum ein Konterpressing startete. 54 Mal lief er für die Fortuna in der Bundesliga auf, 165 Mal in der 2. Liga, dazu 17 UEFA-Cup-Einsätze, acht Champions-League-Quali-Spiele. Die Zahlen sind nur Teil der Geschichte. Die andere steckt in den Erinnerungen von Glavas: „Georg hat mich gelehrt, dass Fußball nicht nur Arbeit, sondern Leidenschaft ist. Er bleibt in meinem Herzen, solange ich lebe.“

Die Fortuna-Führung schweigt bislang. Offiziell liegt noch kein Antrag vor. Intern aber sickert durch, dass der Klub die Idee prüft. Das Problem: Die Arena an der Flinger Broich trägt bereits den Namen eines Sponsors. Umbenennungen kosten Geld, und Geld ist in der 2. Liga knapp. Doch wer rechnet schon mit Euros, wenn die Frage lautet: Was ist ein Mythos wert?

Von bielefeld bis zagreb – überall wurde er vermisst

Von bielefeld bis zagreb – überall wurde er vermisst

Kochs Vita liest sich wie eine Liebeserklärung an deutsche Provinzklubs. Nach Düsseldorf folgte Arminia Bielefeld – dort stieg er 1999 auf. Dann Kaiserslautern, Cottbus, Duisburg. Beim MSV schaffte er sogar zwei Aufstiege (2005, 2007). Doch der Keeper wollte mehr. Er ging nach Eindhoven, nach Zagreb, nach Wien. Mit Dinamo wurde er kroatischer Meister und Pokalsieger. Überall hinterließ er Spuren, überall wurde er verabschiedet wie ein Familienmitglied.

Jetzt liegt der Ball wieder in Düsseldorf. Die ehemaligen Kameraden warten auf eine Antwort. Keine Frist, kein Ultimatum. Nur die Gewissheit, dass eine Tribüne mehr ist als Stahl und Beton. Sie wäre ein Schrei in den Nachthimmel, dass man die guten Typen nie vergisst – auch wenn sie längst nicht mehr halten müssen.