Kölner haie ernten was sie säten: juvonen und jalonen feiern historische triple-krönung
Die Kölner Haie haben die DEL-Gala zur eigenen Machtdemonstration umfunktioniert. Janne Juvonen schlug doppelt zu, der Coach folgte – und plötzlich steht fest: Der Rekordmeister ist zurück im Zenit.
Juvonen macht die liga klein
116 Punkte in 52 Spielen, 33 Siege in Serie, Gegentorschnitt unter zwei – die Zahlen des Finnen sind so absurd, dass selbst die Statistiker ins Stottern gerieten. Dabei war der 29-Jährige vor Saisonbeginn noch ein Fragezeichen, hatten die Haie doch nach Jahren des Gewirrts den sicheren Ruf verloren. Nun hält er be Trophäen, die eigentlich Konkurrenten teilen wollten: Torhüter und Spieler des Jahres. „Ich hab nur meine Schiene gefunden“, sagt er und klingt dabei, als hätte er den Gegner gerade wieder abgekocht.
Kari Jalonen lacht kaum, aber wenn, dann jetzt. Der 61-Jährige wird seine Koffer nach Finnland packen, doch vorher dreht er noch einmal den Spieß um. „Die Hauptrunde war mein Theaterstück“, sagt er, „die Playoffs gehören den Jungs.“ Es klingt nach Abschied, aber auch nach einer Drohung. Denn unter seiner Anleitung verwandelten sich die Haiene vom Rumpel- in einen Feinripp-Ensemble. Der Coach des Jahres holt sich die Auszeichnung, als ginge es um Selbstverständliches.

Rekord eingestellt, gegner eingeschüchtert
Die 116 Punkte egalisieren die Bestmarke der Adler aus 2019, doch die Kommen aus einer Zeit, als die Liga noch anders roch. Die Haie schossen sich durch den Winter, als gäbe es kein Morgen, und ließen dabei selbst dem starken ERC Ingolstadt nur die Restsüße. Riley Barber durfte als Stürmer des Jahres lächeln, doch seine 58 Scorerpunkte wirken neben dem Kölner Kollektiv wie ein Einzelkunstwerk.
Nun richtet sich der Blick auf die Qualifikationsrunde: Wolfsburg gegen Schwenningen, Bremerhaven gegen Nürnberg. Wer sich qualifiziert, trifft auf die Haie – und weiß, dass hinten ein Wall namens Juvonen steht und vorne ein Angriff, der kaum noch Zweifel kennt. Die Uhr tickt, das Eis wird dünner, und die Liga fragt sich lautstarr: Wer stoppt diese Maschine?
Die Antwort liegt im Kölner Kader, der sich selbst nicht mehr als Außenseiter sieht. Fabio Kose mag in Frankfurt der Junior des Jahres sein, doch in Köln reift gerade eine Generation, die den achten Meistertitel nicht mehr als Mythos, sondern als Plan behandelt. Wenn Jalonen nach Finnland fliegt, hinterlässt er eine Spur, die glüht. Die Playoffs beginnen, und mit ihnen die Stunde der Wahrheit: Wer jetzt zögert, wird versenkt. Die Haie haben den Anfang gemacht – und sie haben keine Lust, aufzuhören.
