Fortuna düsseldorf bricht auswärtsfluch: appelkamp schießt angst ab

Shinta Appelkamp traf in der 63. Minute, Marcel Lotka hielt seine erste Zweitliga-Null – und plötzlich atmet ganz Düsseldorf auf. Nach 182 Tagen ohne Sieg auf fremdem Platz schlägt Fortuna in Nürnberg zu, springt auf Rang zehn und lässt die Abstiegszone fünf Zähler zurück.

Die Zahl war wie ein nagender Schmerz: sieben Auswärts-Partien ohne Sieg, zuletzt ein Erfolg in Bochum am 30. September. Kein Wunder, dass Trainer Markus Anfang nach dem Schlusspfiff nicht jubelte – er atmete. „Wir haben den Knoten durchschlagen, aber wir sind noch lange nicht angekommen“, sagt er heiser, als hätte er jeden Ball mitgeschossen.

Appelkamp wird matchwinner und mahner in einem

Der 23-Jährige schnappt sich den Ball nach einem Gewühl vor dem Nürnberger Strafraum, visiert das lange Eck an – und trifft. Es ist sein drittes Saisontor, aber das erste, das echte Luft nach unten beschert. „Endlich mal wieder ein Auswärtssieg“, sagt Appelkamp, doch dann fährt er herunter: „Danach haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Das darf nicht passieren.“

Die Statistik gibt ihm recht: zwölf Torchancen erspielt sich Fortuna, verwertet nur eine. „Eigentlich hätten wir zwei, drei Tore mehr machen müssen“, sagt Abwehrspieler Sima Suso. „Aber null hinten – das zählt für uns Defender.“

Lotka statt kastenmeier – nullnummer mit debütant

Lotka statt kastenmeier – nullnummer mit debütant

Florian Kastenmeier sitzt mit einer Augenverletzung in der Kabine, dafür steht Marcel Lotka zwischen den Pfosten. Der Ex-Dortmunder zeigte, warum er einst für Hertha in der Bundesliga spielte: zwei Reflexe in der 78. und 89. Minute verhindern den Ausgleich. „Ich bin unglaublich glücklich – und heiser vom Kommandieren“, sagt der 25-Jährige mit einer Stimme, die nach Sandpapier klingt.

Die Mannschaft umarmt ihn, die Fans skandieren seinen Namen. Ein Torhüter-Wechsel als Glücksgriff – das ist in dieser Saison selten gewesen.

Der trend ist gestoppt, die reise geht weiter

Der trend ist gestoppt, die reise geht weiter

Mit 14 Punkten aus den letzten acht Rückrundenspielen hat sich Fortuna vom Relegationsrang verabschiedet. Doch Anfang warnt: „Wir müssen demütig bleiben.“ Die Wahrheit: Am Samstag wartet schon die nächste Zitterpartie in Braunschweig. Wer dort erneut punkten will, muss die Chancen verwandeln – und darf nicht erneut nach dem Führungstor den Fußball einstellen.

Die Erleichterung ist real, die Luft ist rein. Aber in der 2. Bundesliga kann eine Woche alles zurückdrehen. Für Fortuna zählt jetzt nur: weitermachen, Tore schießen, Abstieg vergessen. Die Maschine läuft wieder – noch nicht auf Höchstdrehzahl, aber endlich ohne Stottern.