Flucht aus dubai: tennisstars entkommen dem krieg – medwedew & co starten in indian wells

Die Luftraumsperrungen sind noch nicht aufgehoben, doch die Bilder aus dem Golfstaat zeigen bereits die nächste Runde des ATP-Circus: Daniil Medwedew, Andrej Rublew und Karen Chatschanow steigen in Istanbul um – Ziel Indian Wells. Die Russen haben Dubai über Oman verlassen, ihre Heimmedien sprechen von „einer der letzten zivilen Maschinen“ vor dem kompletten Shutdown.

Charterflug statt business class: atp zahlt die rechnung

Wer nicht zu den Top-Gesetzten zählt, flog gestern aus Fudschaira. Die ATP hat einen Extra-Airbus chartern lassen, 100 % Finanzierung, keine Fragen nach Kreditkartenlimit. „Unterkunft und Grundversorgung laufen weiter auf Kosten des Turniers“, heißt es im offiziellen Statement. Die große Mehrheit der ursprünglich 48 gestrandeten Spieler ist mittlerweile raus – nur einzelne Betreuer halten noch Position in den Hotels, weil Visumsläufe für alternative Routen über Saudi-Arabien oder Katar andauern.

Die Timeline verrät, wie knapp es war: Kriegsbeginn in der Nacht zum Sonntag, Flughafen-Dichtung binnen vier Stunden, Kommunikationsausfall. Erst am Dienstag öffnete Oman seinen Korridor – für Medwedew & Co die einzige Lücke. Die Maschine landete in Maskat mit Verspätung, aber ohne Zwischenstopp in Teheran. Von dort startete Turkish Airlines eine Sondermaschine nach Istanbul, Connection nach LAX bereits gebucht. Puffer: 72 Stunden, bevor Medwedew im Hauptfeld aufschlägt.

Losglück als rettung: freilos verhindert walkover-chaos

Losglück als rettung: freilos verhindert walkover-chaos

Die Setzliste von Indian Wells rettet den Veranstaltern die Planbarkeit. Medwedew (Seed 3), Rublew (6) und Chatschanow (18) brauchen ihre erste Runde nicht vor Freitag zu bestreiten. Sollten sie scheitern, wäre der Schaden für den TV-Plan überschaubar. Hinter den Kulissen laufen bereits Szenarien, wie Ersatzspieler aus dem Quali-Pool nachrücken könnten, falls doch noch jemand in der Wüste feststeckt.

Die ATP selbst redet sich auf „höchste Priorität“ ein, doch Spielerberater zeigen sich verbittert: „Warum findet überhaupt ein Challenger in Fudschaira statt, während die Region seit Wochen brodelt?“ Die Antwort liegt im Geld. Die VAE zahlen Premium-Gelder für 250er-Events, Indian Wells wiederum braucht die Startgebühren der Top-Ten. Ein Teufelskreis, der erst unterbrochen wird, wenn die TV-Rechte sinken – oder wenn ein Top-Star auf Sand verzichtet.

Fakt ist: Der Sport schluckt und fliegt weiter. Die ersten Trainingseinheiten in Kalifornien starten heute, Medwedews Agent postet Storys vom Sonnenuntergang in der Wüste Kaliforniens. Die Kriegsberichterstattung weicht den Bildern von Slice-Bällen und Hawkeye-Duellen. Indian Wells verkauft seine 1000 Punkte, die ATP ihr humanitäres Image – und die Spieler? Sie jonglieren zwischen Angst und Adrenalin, während die Saison unbeirrbar ihre Runde dreht.