Inter marschiert zum scudetto – und der derby wartet schon

Dreizehn Punkte Vorsprung. Wer das noch aufholen will, braucht kein Fußballtrainer zu sein, um zu verstehen: Das Rennen um die Serie-A-Meisterschaft ist so gut wie gelaufen. Inter Mailand hat Genoa am Samstag besiegt, und das Tor von Federico Dimarco – ein Volley, der die Kurve der Saisonerzählung noch einmal schöner zeichnet – war mehr als nur ein Treffer. Es war ein Signal.

Acht siege in serie – aber das moralische zählt mehr als die statistik

Ja, es ist der achte Ligasieg in Folge. Aber Zahlen erzählen nie die ganze Geschichte. Nach dem Aus in der Champions League brauchte Inter eine Reaktion, keine Pflichtübung. Die Mannschaft von Cristian Chivu lieferte genau das: einen Sieg, der die Köpfe freimacht, bevor das Derby gegen AC Milan am Sonntag alles in den Schatten stellt.

Und da liegt der eigentliche Kern dieser Woche. Ein Derby braucht keine künstlichen Motivationen – das weiß jeder, der je in Mailand auf der Straße gestanden hat, wenn die Stadt sich spaltet. Aber dieser Derby kann mehr sein als ein Stadtduell: Er kann das letzte Aufflackern jeder Hoffnung des Rivalen endgültig auslöschen. Zehn Punkte Rückstand wären das Minimum, das Milan nach heute auf dem Konto hätte. Zehn Punkte. In dieser Phase der Saison ist das keine Lücke mehr, das ist eine Wand.

Dienstag kommt como – und chivu will mehr tempo sehen

Dienstag kommt como – und chivu will mehr tempo sehen

Bevor das Derby die Stadt in Atem hält, steht am Dienstag das Halbfinale des Coppa Italia gegen Como auf dem Programm. Ein Hinspiel, das Chivu mit einem anderen Rhythmus angehen will als in der zweiten Halbzeit gegen Genoa. Zu kontrolliert, zu verwaltet – das reicht gegen einen Como, der in dieser Saison immer selbstsicherer auftritt und längst kein Außenseiter mehr ist.

Napoli gewann unterdessen mit einem emotional aufgeladenen Romelu Lukaku, der gerade in solchen Momenten Fußball spielt, als wäre es sein letztes Spiel. Und Como selbst sammelt Punkte wie ein Team, das weiß, wohin es will. Das Rennen um die europäischen Plätze ist offen, laut und unberechenbar – ganz anders als die Ruhe, mit der Inter dem Titel entgegenläuft.

Dreizehn Punkte Vorsprung bedeuten nicht, dass man aufhört zu spielen. Sie bedeuten, dass man anfängt, klug zu gewinnen. Und genau das macht Inter gerade – Spiel für Spiel, Derby für Derby.