Flick trägt den titel gen himmel – und weint für seinen vater
Hansi Flick flog durch das Camp Nou, doch seine Tränen waren schwerer als jede Trophäe. Kurz nach dem 2:0 im Clásico gegen Real Madrid hoben ihn die Spieler des FC Barcelona in die Luft, während über ihnen das Meister-Feuerwerk explodierte. Der 59-Jährige hatte gerade seinen zweiten spanischen Meistertitel perfekt gemacht – und dabei den schwersten Tag seines Lebens erlebt.
Der schlag kam am morgen
Spanische Medien berichten übereinstimmend: Gegen 9:30 Uhr erhielt Flick den Anruf. Sein Vater war im Alter von 87 Jahren gestorben. Der Coach informierte die Vereinsführung, dann seine Mannschaft. Schweigeminute im Stadion. Beide Teams mit Trauerflor. „Wir teilen deinen Schmerz“, stand auf der Leinwand, während 88.228 Menschen seinen Namen riefen.
„Es ist ein harter Tag, den ich nie vergessen werde“, sagte Flick, nachdem er sich für das Siegerfoto ein Lächeln abgerungen hatte. Die Stimme brach ihm weg. „Mein Team ist fantastisch. Es ist wie eine Familie.“

Die spieler wussten: jetzt gewinnen wir für ihn
Pau Cubarsi, 18 Jahre alt, spielte wie ein Riese. „Dieser Sieg gehört der gesamten Familie Flick“, sagte der Innenverteidiger. Eric García fügte hinzu: „Wir sitzen alle im selben Boot.“ Beide umarmten ihren Trainer, als die Schlusssirene ertönte. In der Kabine wartete bereits eine Videobotschaft von Flicks Mutter.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 31 Siege in 36 Liga-Spielen, 96 Tore, nur 20 Gegentore. Unter Flick verwandelt Barcelona sich von einer angeschlagenen Truppe in eine Pressing-Maschine. Pedri läuft 12,3 Kilometer pro Spiel. Lewandowski trifft alle 78 Minuten. Doch diese Statistik wird an diesem Abend zur Nebensache.

Ein clásico, der in die geschichte eingeht
Das 2:0 war keine Schönheit. Es war eine Demonstration von Wille. Lamine Yamal traf nach 23 Minuten, Fermín López erhöhte kurz vor Schluss. Real-Coach Ancelotti stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, während seine Mannschaft erstmals seit 18 Jahren ohne Tor blieb. „Wir haben gegen eine Truppe gespielt, die nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich zusammenhält“, sagte der Italiener.
Flick verschwand nach der Siegerehrung schnell in den Katakomben. Keine Party. Keine Champagnerdusche. Stattdessen ein Flug nach Heidelberg, wo seine Mutter wartet. Der Meisterpokal reist mit. Als Andenken an einen Tag, an dem ein Sohn seinen Vater verlor – und ein Trainer seine Spieler fand.
