Finnland feuert medved nach sauf-eskapaden – einstiger hoffnungsträger muss gehen
Igor Medved ist raus. Der slowenische Skisprung-Coach, der Finnlands Anlauf auf die Weltspitze vorantreiben sollte, verliert seinen Job nach einer Serie von Alkohol-Vorfällen während der Olympischen Spiele. Der Verband verlängert seinen auslaufenden Vertrag nicht.
Der 38-Jährige hatte sich bei der Gold-Feier seines Landsmannes Domen Prevc in der slowenischen Quartier-Siedlung offenbar selbst zur Feier genommen. „Ich hatte nichts gegessen, und dann wirkte der Alkohol“, rechtfertigte er sich später. Doch das war nur die Spitze des Eisbergs.

Polizei stoppt torkelnden trainer mitten in der nacht
Wie die Zeitung Iltalehti berichtet, soll Medved mehrere Abende hintereinander auffällig betrunken gewesen sein. Einmal habe die Polizei ihn in den Straßen von Courchevel aufgegriffen, als er kaum noch geradeaus laufen konnte. Der finnische Skiverband reagierte sofort und schickte ihn vorläufig nach Hause – die Suspendierung war die einzig mögliche Konsequenz.
Dabei lief es sportlich gerade gut. Unter Medved hatten die Finnen wieder Anschluss an die Weltspitze gefunden. Antti Aalto und Niko Kytosaho holten in Lahti beim Super-Team-Wettkampf Rang drei – das erste Podest für Finnland seit 2014. Medved durfte nicht dabei sein.
Es ist nicht sein erster Rückschlag. Bereits im vergangenen Winter verpasste er beim Weltcup in Sapporo den Rückflug-Bus – weil er wieder zu tief in die Flasche geschaut hatte. Erfolge retten keinen, der sich selbst sabotiert.
Für Finnland beginnt nun das nächste Kapitel Unsicherheit. Lasse Moilanen übernahm interimistisch, doch die Suche nach einem neuen Kopf für die Schanzen-Hoffnung dürfte sich hinziehen. Die einst dominierende Sprung-Nation um Matti Nykänen und Janne Ahonen steht wieder am Scheideweg – und diesmal nicht wegen mangelnder Weite, sondern wegen mangelnder Kontrolle.
