Dfb kassiert 31 millionen zurück – aber nur ein teil ist sicher
Der Deutsche Fußball-Bund hat den ersten großen Geldregen zu erwarten: 31 Millionen Euro könnten in den nächsten Wochen auf das Konto fließen, nachdem Ex-Schatzmeister Stephan Osnabrügge vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen wurde. Doch die Freude hat einen Riss – nur 9 Millionen davon gelten als halbwegs sicher, der Rest ist Streitgeld.
Die schnelle 9-millionen-überweisung ist nur die halbe miete
Generalsekretär Holger Blask bestätigte gegenüber dem kicker, dass das Finanzamt für 2014 und 2015 die Gemeinnützigkeit des DFB zurücknehmen musste – und damit Steuernachzahlungen von rund 9 Millionen Euro forderte. Nach dem Freispruch Osnabrügges liegt der Ball nun wieder beim Finanzamt. „Wir gehen davon aus, dass die Entscheidung zeitnah fällt und das Geld zurückkommt“, sagt Blask. Die Formulierung klingt wie ein Verein, der auf Schiedsrichter-Gnade hofft.
Doch dann kommt der Haken: Die restlichen 22 Millionen aus dem „Sommermärchen-Skandal“ um die WM 2006 sind längst nicht gerettet. Hier kassierte der DFB nicht nur eine Strafe von 130 000 Euro, sondern musste auch die Gemeinnützigkeit für 2006 abtreten – und die Steuer nachzahlen. Der Verband legte Revision beim Bundesgerichtshof ein, doch bis das Finanzgericht Kassel neu verhandelt, vergehen Monate, eher Jahre.

Der dfb wartet auf geld, das er längst verplant haben könnte
Intern nutzen einige Funktionäre die drohende Rückzahlung schon als Rechengröße für künftige Projekte: Nachwuchs-Campus, Frauen-Fußball, Digitalisierung. Blask dämpft: „Erst einmal müssen wir abwarten, was das Gericht entscheidet.“ Die Ironie: Je länger das Verfahren dauert, desto mehr Zinsen schlägt der DFB auf die 22 Millionen drauf – Geld, das er nie zu sehen bekommen könnte.
Für Klaus Schäfer, Sportchef der TSV Pelkum Sportwelt, ist die Lage ein Lehrstück in Sachen Finanzplanung: „Ein Verein, der auf mögliche Millionen spekuliert, stellt sich auf wackelige Beine. Der DFB sollte lieber das sichere Geld feiern und den Rest vergessen, bis er auf dem Konto ist.“
Am Ende bleibt eine klare Rechnung: 9 Millionen stehen kurzfristig zur Debatte, 22 Millionen sind ein offener Scheck. Der DFB kann also nur die Hälfte seiner Hoffnung einlösen – und selbst das nur, wenn das Finanzamt mitspielt.
