Alcaraz kauft sich 27-meter-yacht – und wirft 10 millionen euro an den wind

Carlos Alcaraz jagt keine Bälle, er jagt Wellen. Der 22-Jährige hat sich einen 27-Meter-Katamaran gegönnt, Preisschild: bis zu zehn Millionen Euro. Für einen Jungen, der auf dem Court noch müde wirkte, ist das ein Kraftakt – nur eben mit Motor statt Muskelkraft.

Warum ein boot jetzt sinn macht

Die Rechnung ist simpel: Indian Wells und Miami raus, Kopf leer, Konto voll. 64 Millionen Dollar Preisgeld allein seit 2020, dazu Werbeverträge mit Rolex, Nike und BMW. Eine Yacht kostet ihn zwei Wochen Turnierarbeit – und verschafft ihm die einzige Insel, auf der Sinner und Medwedew nicht auftauchen können: das offene Meer.

Die „Ferretti 870“ bietet Platz für zehn Gäste, zwei Jetskis und einen Tender, der größer ist als mein erstes Auto. An Bord: Echtholz, Marmorbad und eine Sonnenterrasse, auf der selbst Rafael Nadal nicht mehr rennen kann. Alcaraz postete ein Foto, Hand auf dem Steuer, Kommentar: „Reset-Button gefunden.“

Müdigkeit war nur die halbe wahrheit

Müdigkeit war nur die halbe wahrheit

Nach dem Korda-Aus in Miami hatte er gesagt: „Ich bin leer.“ Klingt nach Erschöpfung, ist aber nur die halbe Story. In Monte Carlo muss er ab Sonntag 1000 Punkte verteidigen, Sinner lauert 680 Punkte dahinter. Ein früher Sturz auf dem roten Staub würde die Krone kippen. Also setzt er statt auf Sand auf Salzwasser.

Der Trick: Wer sich ein Boot leistet, darf sich eine Auszeit leisten. Die ATP kann ihm keinen Strick draus drehen – schließlich ist er nicht verletzt, nur seekrank vom Tennis. Sein Team nennt das „aktive Regeneration“, Kritiker sagen „Druck weglaufen“. Beide haben recht.

Die Uhr tickt trotzdem. In einer Woche beginnt das Saisonfinale auf dem Weg zum Grand-Slam-Sommer. Dann zählt nicht mehr, wie viele Sonnenuntergänge man auf dem Mittelmeer eingefangen hat, sondern wie viele Returns man auf dem Centercourt runterreisst. Alcaraz kennt die Regel: Boote kann man kaufen, Punkte muss man erarbeiten.

Bis dahin treibt er vor Anker, 2 000 PS stark, null PS Druck. Die Yacht ist seine kostspieligste Niederlage – und vielleicht sein klügster Sieg.