Falcao zieht die notbremse: „friedkin muss ins stadion, sonst verliert er die kurve“
Paulo Roberto Falcao hat die Roma-Belegschaft und ihre Besitzer in einem Interview mit der italienischen Nachrichtenagentur Ansa heftig durchgeschüttelt. Der frühere Spielmacher, 1981 in Rom noch als „König von Trigoria“ gefeiert, fordert die US-Eigentümer Dan und Ryan Friedkin auf, endlich Präsenk zu zeigen – und meint das wörtlich: „Wenn die Fans den Besitzer im Stadion sehen, fühlen sie sich ihm näher. Das ist kein Wunsch, das ist Pflicht.“
Der mann aus texas und die lücke zum curva sud
Seit der Übernahme 2020 verbringen die Friedkins die meiste Zeit in den USA, steuern den Klub per Zoom und Statistik-Dashboard. Das reicht Falcao nicht: „Wer 6000 Kilometer entfernt residiert, muss die beste Person vor Ort wählen – aber dann muss er auch kommen und sich die Hitze anhören.“ Die Anspielung auf die jüngsten Pfiffe gegen die Giallorossi ist unüberhörbar. Die Kurve fordert nicht nur Punkte, sondern ein Gesicht.
Interessant: Falcao spricht aus Erfahrung. Als sich die Roma 1981 zum ersten Meistertitel aufmachte, saß Präsident Dino Viola jeden Samstag auf der Tribüne, pfeift-bereit und sichtbar erregt. „Die Spieler spürten, dass der Boss mit ihnen schwitzt. So entsteht Identität“, erinnert sich der Brasilianer.

Malagò als retter? falcao winkt durch
Im selben Atemzug empfiehlt Falcao Giovanni Malagò als neuen FIGC-Präsidenten. „Ich kenne ihn seit seinen Kindertagen, sein Vater saß im Verwaltungsrat der Roma. Er versteht die Politik und die Leidenschaft gleichermaßen.“ Malagò, derzeit Präsident des CONI, gilt als Favorit für die Nachfolge von Gabriele Gravina. Falcao: „Er ist der Mann, der italienischen Fußball aus der Krise führen kann – mit Daten, aber auch mit Herz.“
Die Wahl kommt zu einem Zeitpunkt, da Italiens Amateurbereich finanziell am Abgrund steht und die Serie A international an Strahlkraft verliert. Eine Personalie also, die über Wochenpläne hinausweist.

Ancelotti und der seleção-traum
Schließlich schwenkt Falcao zum WM-Titel 2026. Sein Freund Carlo Ancelotti wird Brasilien übernehmen – und Falcao sieht schon den Pokal in den Händen Neymars & Co.: „Die Seleção hat Stürmer, die Tore erfinden, und auf der Bank einen Coach, der schon alles gewonnen hat. Das wird unser Turnier.“
Ein Satz, der in Rom genauso ankommt wie in Rio. Denn wer den Pokal holt, darf auf dem Olympischen Podium stehen – genau dort, wo Malagò heute schon sitzt. Und wo die Friedkins vielleicht bald vorbeischauen müssten, wenn sie die Kurve kriegen wollen.
