Fairplay-debatte nach dfb-sieg: elfenbeinküste schlägt zurück

Der Jubel war verhalten, der Vorwurf deutlich. Emerse Faé, Trainer der Elfenbeinküste, ließ sich nach der 1:2-Niederlage gegen die DFB-Auswahl nicht lumpen und schickte einen Seitenhieb Richtung deutsche Bank: „Ich war enttäuscht über den Mangel an Fairplay.“

Die Szene, die den Funken zündete, spielte sich in der 80. Minute ab. Kai Havertz presste Wilfried Singo an der Seitenauslinie, der Ivorer griff sich ans Bein und schob das Leder bewusst ins Aus. Julian Nagelsmann tobte, weil es kurz darauf nicht sofort weiterging. Stattdessen lief der Ball weiter – und die Emotionen hoch.

„Er soll bescheiden bleiben“

Neben dem Platz eskalierte das Duell zum Wortgefecht. Nathaniel Brown und Faé lieferten sich verbale Scharmützel. „Ich habe Brown gesagt, er solle bescheiden bleiben“, erklärte Faé unverblümt. „Er hatte ein starkes Spiel, keine Frage. Aber es gibt keinen Grund, über uns herzuziehen, nur weil es 1:1 steht und man dringend gewinnen will.“

Faé hätte sich gewünscht, dass die deutsche Mannschaft nach Singos vermeintlicher Verletzung den Ball fair zurückspielt. Stattdessen nutzte Deutschland die Unterbrechung, um mit Tempo zu kontern. Ein Verstoß gegen die ungeschriebenen Regeln? Für Faé auf jeden Fall. Für Nagelsmann wohl nur konsequente Spielweise.

Undav trifft doppelt und kalt

Undav trifft doppelt und kalt

Während die Trainer diskutierten, erledigte Deniz Undav die sportliche Arbeit. Mit zwei Treffern drehte er die Partie. Nach Kessiés Führung in der 30. Minute glich er in der 68. aus und nagelte den Ball in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Endstand unter die Latte. Elf Siege in Serie – ein neuer deutscher Rekord in der WM-Vorbereitung.

Die Zahlen sprechen für sich: Ballbesitz 61 %, Torschüsse 18:9, gefühlte Chancen bis zum Abpfiff. Doch die Anekdote des Tages bleibt die Fairplay-Debatte. Ob sie Konsequenzen hat, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Eines ist sicher: Die Elfenbeinküste reist mit einem Gefühl im Gepäck, das länger nachhallt als jede Niederlage.