Gestohlen: paula blasis rennrad nach sieg in katalonien verschwunden
Manchmal klaut das Schicksal die Show. Für Paula Blasi klaute jemand ihr Rad. Nur Stunden nach dem gelungenen Auftakt der Volta Ciclista a Catalunya Femenina 2026 meldete UAE-Team ADQ den Diebstahl des frisch gekrönten Gewinners der Vuelta Femenina – ein 8.900 Euro teures Spezialbike in den charakteristischen Schwarz-Rot-Tönen, erkennbar an der Startnummer 91 und einem winzigen Kratzer am Oberrohr.
Wie der fluch nach dem jubel kam
Blasi hatte die Flach-etappe nach Girona noch locker im Feld beendet, da winkte das Team den Mechaniker, um die Maschine in den Service-Lkw zu rollen. Drei Minuten später war der Standplatz leer. Keine Kameras, keine Zeugen, nur ein leerer Himmel über dem Parc de la Devesa. Die Guardia Urbana bestätigt die Anzeige und sicherte DNA-Spuren am Absperrband. Die Ungewissheit nagt: Wer profitiert vom Verkauf eines einmaligen Rads, das jede Polizeistreife in Europa identifizieren würde?
Die Reaktion im Fahrerlager kam prompt. „Das Bike ist so individuell wie ein Fingerabdruck“, sagte UAE-Sportlicher Leiter Cherie Pridham und veröffentlichte Seriennummer, Laufrad-Sponsor und ein Foto der speziell für Blasis Knöchelprobleme kürzer gebauten Kurbel. Twitter und Instagram fluteten innert Stunden mit Screenshots. Die Hoffnung: irgendein Mechaniker oder Flohmarkt-Besucher erkennt den Rahmen und meldet sich.

Was der diebstahl über den profisport verrät
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf eine wachsende Lücke zwischen Millionenbudgets und primitiver Sicherheit. Während die Teams in Windkanälen fürs letzte Watt kämpfen, schützen sie ihre teuersten Werkzeuge oft nur mit einem Fahrradschloss aus dem Baumarkt. Ein Ironie des Sports: Der Wettbewerb wird härter, die Diebe einfacher. Und die Athletin? Sie musste gestern mit einem Ersatzrad antreten, zehn Gramm schwerer, zwei Watt langsamer – eine Miniatur-Tragödie im Millimeter-Milliwatt-Kosmos.
Die Jagd läuft. Die Belohnung: 5.000 Euro für den Hinweis, der zur Rückgabe führt. Falls das Rad auftaucht, wird Blasi es wohl nicht mehr fahren – zu groß die Angst vor Manipulation. Es bleibt die Erinnerung: Sie gewann die Vuelta, verlor ihr Rad und gewann die Solidarität des Pelotons. Ein Sieg, ein Verlust, ein Netz, das sich schließt – und das nächste Rennen startet ohnehin in 42 Stunden.
