Sturmflut stoppt berliner tennis-traumfinale – pegula und noskova müssen warten
Das WTA-Turnier in Berlin liegt unter Wasser. Ein heftiges Unwetter hat am Sonntag mit schweren Regengüssen die komplette Anlage überflutet und das von 52.000 Fans erwartete Finale zwischen Jessica Pegula und Linda Noskova vorerst abgesagt. Erst nach 16 Uhr könnte laut Veranstaltern ein Neustart möglich sein – wenn überhaupt.
Die stimmung kippt nach dem donnergrollen
Kurz nach 11 Uhr verdunkelten sich die Berliner Sommerwolken. Sekunden später prasselte es aus Kübeln, die Rasenplätze der Steffi-Graf-Arena verwandelten sich in glitschige Spiegel. Die Organisatoren mussten das Gelände räumen, weil mehrere Starkstromkabel unter Wasser lagen. „Das kam wie aus heiterem Himmel“, sagte Turnierdirektorin Sandra Quade, die den Deutschen Wetterdienst im Minutentakt anrief. „Der DWD hatte nur leichten Regen vorhergesagt – stattdessen schwappten binnen Minuten 30 Liter pro Quadratmeter herunter.“
Fans, die bereits vor 8 Uhr an den Eingängen Schlange standen, mussten umkehren. Die S-Bahnstation Olympiastadion wurde gesperrt, weil Treppenläufe unterspült waren. Auf Social-Media-Videos ist zu sehen, wie die roten Teppichläufer im Spielerbereich schwimmen und Turnier-Koffer durch Flurwasser treiben. Pegula twitterte ironisch: „Berlin zeigt mir heute, wie Rasen eigentlich aussehen soll – 100 % Nass.“

Technik versagt, spielplan wirft haken
Die Elektrik ist der größte Brocken. Laut Pressemitteilung der WTA sind „mehrere Schaltanlagen und ein Teil der LED-Bandschaltsysteme schwer beschädigt“. Ein Technik-Team von 35 Monteuren arbeitet unter Hochdruck, um bis spätestens 16 Uhr provisorische Stromkreise zu verlegen. Gleichzeitig planen die Verantwortlichen ein Notprogramm: Sollte bis dahin kein Ball fliegen, könnte das Einzelfinale auf Montag verschoben werden – ein Novum in der 128-jährigen Geschichte des Turniers.
Das Doppel-Finale steckt ebenfalls im Zeitplan-Korsett. Ursprünglich sollte es um 14 Uhr im Anschluss an das Einzel beginnen. Nun droht ein Doppel-Abend unter Flutlicht. Die Spielerinnen haben bereits signalisiert, dass sie bis Mitternacht auf dem Platz stehen würden – wenn nötig.
Was das chaos über das wetter verrät
Die Episode ist kein Einzelfall. Immer häufiger verändern sich Wetterextreme so abrupt, dass selbst moderne Vorhersagemodelle straucheln. Die Berliner Anlage galt bislang als „regensicher“ – mit einem speziellen Drainagesystem und Rasenheizung. Doch das System ist auf konstante Niederschläge ausgelegt, nicht auf sintflutartige Sturzregen. „Wir werden künftig Wetterschutz-Zelte installieren müssen, die innerhalb von 10 Minuten ausfahrbar sind“, erklärte Quade.
Für Pegula und Noskova bleibt die Geduld das Einzige, was zählt. Die US-Amerikanerin jagt ihren zweiten Rasentitel, die 19-jährige Tschechin wäre die jüngste Siegerin seit Steffi Graf 1986. Beide haben Wettkampfkleidung dabei, die auch nach 20 Stunden noch trocken bleibt – die Frage ist nur, ob der Platz das auch schafft.
Wenn die Sonne heute noch durchbricht, könnte Berlin eine Sportsensation erleben. Falls nicht, schreibt das Turnier eine ungewollte Wetter-Geschichte, die länger nachhallt als jedes Finale.
