Fac wirft frauenfußball-anker aus: nach landhaus-aus startet eigene abteilung

Der Floridsdorfer AC trennt sich vom USC Landhaus und baut sofort eigene Frauen- und Mädchen-Abteilung auf. Am 10. April lädt der Klub zum ersten Sichtungstag – ein Schritt, der den Frauenfußball in Wien neu verzahnt.

Ende der kooperation, beginn einer eigenen ära

Nach dem Winter-Exit aus der Gemeinschaft mit dem USC Landhaus zieht der FAC die Konsequenz: statt auf fremden Krücken zu laufen, gründet man eine hauseigene Frauenfußball-Struktur – inklusive Nachwuchs- und Lizenzteams. Gerald Lehner, Vorstand des Traditionsvereins, formuliert das Selbstverständnis knapp: „Wir sind ein Traditionsverein mit klaren Strukturen und hoher Professionalität. Diese Qualität bringen wir jetzt auch in den Frauenfußball.“

Die sportliche Leitung übernimmt Melanie Hörhager. Erst im November beendete die 28-Jährige ihre aktive Karriere beim USC Landhaus, nun kreiert sie beim FAC ein Projekt von null auf. „Eine besondere Chance“, sagt sie, „von Beginn an etwas aufzubauen.“ Ihr Plan: mehrere Mädchen-Teams in allen Altersklassen plus zwei Kampfmannschaften, um den Sprung in den Erwachsenenbereich nahtlos zu gestalten.

Integratives modell statt warteschleife

Integratives modell statt warteschleife

Statt auf lange Probezeiten setzt der FAC auf ein integratives Konzept: Mädchen sammeln sofort Spielpraxis in bestehenden Burschenmannschaften, parallel entstehen reine Mädchen-Teams – gestaffelt, altersgerecht und mit klarer Weiterentwicklung bis zur Frauen-Bundesliga. Der Verein versteht sich als „Perspektivklub“, nicht als Sammelbecken für abgelehnte Talente.

Die Nachfrage ist laut Klubangaben bereits beachtlich: über 50 Anmeldungen für den Sichtungstag am 10. April sind eingegangen, Tendenz steigend. Die Bewerberinnen reichen von U9 bis zur ersten Frauenmannschaft. Die FAC-Akademie stellt dafür zusätzliche Trainingsflächen zur Verfügung, das Budget ist laut Vorstand „langfristig gesichert“.

Wien bekommt ein neues frauenfußball-zentrum

Wien bekommt ein neues frauenfußball-zentrum

Mit dem Schritt gewinnt Wien eine zusätzliche Säule im Frauenfußball. Bisher dominierten Landhaus, Austria und First Vienna das Segment – nun mischt der FAC mit, verspricht Nachhaltigkeit statt Kurzaktion. Die Stadt Wien fördert das Projekt mit Zuschüssen für Infrastruktur und Trainerausbildung, weitere Sponsoren sollen folgen.

Die Verantwortlichen wissen: Erfolg misst sich nicht an Quartalszahlen, sondern an Spielerinnen, die länger als eine Saison bleiben. Wenn schon der erste Sichtungstag ausgebucht ist, spricht das für den FAC – und gegen jene, die Frauenfußball weiterhin als Randnotiz behandeln.