Rapid-frauen jagen aufstieg vor 8.000 fans: innsbruck soll bluten
Das Allianz Stadion wird zum Kochen gebracht. Am 17. Mai sperrt Rapid für seine Frauen zum Saisonfinale der 2. Bundesliga wieder die Haupttribüne auf – und plötzlich ist die Grenze von 8.832 Zuschauern kein Traum mehr, sondern Plan.

Warum wacker innsbruck jetzt zittern muss
Die Hütteldorferinnen haben eine Rechnung offen. Hinspiel: 2:3. Das steckt ihnen noch in den Knochen. Lisa Rammel, Torjägerin mit bereits 18 Saisontreffern, sagt es so offen wie selten: „Wir wollen nicht nur gewinnen. Wir wollen blutige Rache.“
Die Zahlen sprechen für sie. Seit der 7:0-Kantersieg gegen Traiskirchen vor 1.509 Fans wissen sie: Wenn das Stadion voll ist, explodiert ihre Laufleistung. Sportdirektorin Susanne Eigner nennt das „den 12. Mann in Kurzen Hosen“. Die Statistik bestätigt: Bei Heimspielen mit mehr als 1.000 Zuschauern holte Rapid 2,7 Punkte pro Partie – bei unter 300 nur 1,3.
Der Zuschauerrekord für ein österreichisches Frauen-Klubspiel liegt bei 8.832 – aufgestellt im Horr-Stadion, als St. Pölten gegen Barcelona verlor. Rapid will das knacken. Die Tickets kosten 5 Euro, Kinder kommen frei, die U-Bahn fährt alle fünf Minuten. Die Kurve „Block West“ probt bereits seit zwei Wochen Choreografien, die ein Spielerinnen-Video im Trainingsanzug mitlaufen lässt.
Aber es gibt einen Haken. Innsbruck spielt seit acht Partien ungeschlagen. Ihre Stürmerin Julia Rauchberger traf in den letzten drei Spielen fünfmal. Rapid-Trainerin Martina Kudláčová hat deshalb gestern eine Stunde lang Videobilder analysiert, wie Rauchberger sich zwischen die Innenverteidigung schiebt. „Sie startet wie ein Kätzchen, dann wird sie zur Raubkatze“, sagt Kudláčová.
Die Tabelle? Rapid liegt einen Punkt hinter Wacker. Bei eigenem Sieg und gleichzeitiger Niederlage der Tirolerinnen gegen St. Pölten wäre der Aufstieg perfekt. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt laut Datenanalysten bei 34 %. Kudláčová schmunzelt: „Dann sind wir die 34 %, die feiern.“
Am Sonntag um 14:00 Uhr ist Anpfiff. Die Hütteldorfer U-Bahn-Station wird ab 11:00 Uhr dicht sein. Die Fans wissen: Wer zu spät kommt, sieht nur noch Rücken. Und Lisa Rammel verspricht: „Wenn wir vor 8.000 Leuten jubeln, wird Innsbruck das Stadion nicht vergessen – und ich werde nicht aufhören zu schreien, bis der letzte Ton versiegt.“
