Bhc zittert sich zum 35:34 in hamburg und jagt minden & co.
Der Bergische HC hat im Todeskampf der Handball-Bundesliga zugeschlagen. Mit einem 35:34 (18:17) in Hamburg schob sich der Tabellen-Vorletzte auf 17:17 Punkte und zwang Minden, Wetzlar und Leipzig in den Keller, wo jetzt jeder Punkt nach oben schreit.
14 Technische fehler – und trotzdem gewonnen
Die Löwen spielten fast die ganze Parti in Unterzahl, weil Niklas Weller früh zweimal auf die Bank musste. Dazu pfuschen 14 technische Fehler zwischen viele gute Aktionen – „ein hohes Missverhältnis“, wie Trainer Markus Pütz sagte, denn Hamburg kam auf nur sieben. Trotzdem rettete sich der BHC, weil er in der Schlussphase kaltschnäuziger war.
Der Matchplan lautete: schnell treffen, bevor der Gegner in sein gefürchtetes 7-6 kommt. Das gelang halbwegs, weil Kim Voss-Fels mit zwei genau platzierten Distanzwürfen und viel Emotion die Abwehr aufriss. „Er war unheimlich emotional, hat gut gedeckt und hat zwei ganz wichtige Tore geworfen“, bilanzierte Sportchef Fabian Gutbrod.
Bei 25:25 schien alles offen, doch zwei Fehler in Folge brachten Hamburg erstmals in Führung. Fast fünf Minuten lang schaffte der BHC kein Tor – dann lief Noah Beyer sich auf der linken Seite frei, fing den letzten Pass und netzte zum 26:26 ein. „Da machen die Jungs auch in der Schlussphase immer wieder vorne abgezockt ihre Tore“, sagte Pütz.

Noah beyer trifft zum sieg – und wechselt bald nach hamburg
Mit seinem fünften Tor erzielte Beyer das 34:32, das die Vorentscheidung bedeutete. Der 23-Jährige wird im Sommer für den HSV auflaufen und damit genau jenen Klub verstärken, gegen den er jetzt den K.o. setzte. „Ab Sommer fühle ich mich hier dann heimisch. Aber jetzt geht es Vollgas für den BHC“, sagte er bei Dyn.
Lukas Diedrich parierte in der 56. Minute gegen Moritz Sauter, Morante drehte zur 29:28-Führung, Lars Kooij nutzte einen Ballverlust zum 30:28 und Gerdas Babarskas blockte, ehe Tomas Babak auf 31:28 stellte – plötzlich war der Sieg wieder greifbar.
„Nüchtern analysiert haben wir zu viele technische Fehler gemacht und zu viele Würfe von sechs Metern bekommen. Trotzdem gewinnen wir, weil wir mental extrem gut gewesen sind“, sagte Gutbrod. Die Konkurrenz aus Minden, Wetzlar und Leipzig muss nun antworten – und der BHC hat bewiesen, dass er auch im Auswärtstrikot zubeißen kann.
