Upamecano fliegt, mbappé jubelt: frankreichs sieg wird zum bayern-drama
Dayot Upamecano wird als Sieger vom Platz gehen – und als Verlierer in die Kabine. Frankreich schlägt Brasilien 2:1, doch der Bayern-Verteidiger fliegt nach einer Notbremse mit Rot vom Feld (55.). Für ihn war es das erste Platzverbot im Trikot der Equipe Tricolore, das vierte seiner Karriere. Die Konsequenz: Nationaltrainer Didier Deschamps entlässt ihn vorzeitig aus dem Lehrgang. „Ich werde ihn freistellen“, sagt der 57-Jährige knapp. Upamecano darf Bayern früher als geplant wieder in München melden.
Die sekunde, die alles kippte
Beim Stand von 1:0 für die Franzosen rast Brasiliens Wesley auf den Strafraum zu. Upamecano kommt zu spät, trifft den Gegner mit gestrecktem Bein. Schiedsrichter Ismail Elfath zückt zunächst Gelb, doch der VAR greift ein. Die Bilder sind eindeutig: Notbremse, keine Chance auf den Ball. Rot. Upamecano schüttelt den Kopf, bleibt kurz stehen, dann verlässt er den Rasen mit gesenktem Blick. Für ihn ist die Partie vorbei, für Frankreich beginnt ein Kraftakt.
Kylian Mbappé traf zum Sieg, doch selbst der Superstar verzieht keine Miene, als er das Spiel lobt: „Großartig. Das ist ein absolutes Highlight für jeden. Jedes Kind würde gerne mal in einem Spiel Frankreich gegen Brasilien mitspielen.“ Die Stimmung im Foxborough-Stadion ist elektrisch, doch in der Kabine der Franzosen herrscht danach betretenes Schweigen. Upamecano, sonst ein Rückhalt, war plötzlich zur Last geworden.

Deschamps rotiert – und schickt upamecano heim
Der Test gegen Kolumbien am Sonntag (21 Uhr) kommt ohne den Innenverteidiger aus. „Ich werde am Sonntag viele Änderungen vornehmen. Jetzt ist es an der Zeit, den Spielern Spielpraxis zu geben, ich möchte sie sehen“, erklärt Deschamps. Die Aussage klingt nach Routine, doch sie hat Gewicht: Für Upamecano bedeutet sie den vorzeitigen Abbruch des Lehrgangs. 36 Länderspiele hat er mittlerweile absolviert, dieses wird ihm lange in Erinnerung bleiben – als das mit der roten Karte.
Die WM rückt näher. In Kanada, Mexiko und den USA trifft Frankreich ab 11. Juni auf Senegal, Norwegen und den Playoff-Sieger zwischen Irak und Bolivien. Für Deschamps ist es das letzte Turnier nach 14 Jahren an der Seitenlinie. Upamecano hätte gern einen besseren Eindruck hinterlassen. Stattdessen fliegt er früher heim – und muss hoffen, dass ihn die Rote Karte nicht auch in der WM-Startelf kostet.
